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Wieso David Zbiral vom offensiven Freigeist zum defensiven Stabilisator wurde
Das Spiel von David Zbiral bei den Handballern des HC Einheit Plauen hat sich in dieser Saison in der Regionalliga Mitteldeutschland grundlegend verändert: Sorgte der Mittelmann bisher als Denker und Lenker im Angriff für den Erfolg der Füchse, ist der Tscheche nun ins Abwehrzentrum gerückt. In seiner neuen Rolle wird auf den 32-Jährigen am Samstag ab 17 Uhr im Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten SV Oebisfelde eine besonders herausfordernde Aufgabe mit der Rückkehr des ehemaligen Einheit-Kreisläufers Martin Danowski zukommen.
Seit dem Auswärtsspiel beim damaligen Spitzenreiter HC Elbflorenz II spielt David Zbiral in der Abwehr im Zentrum und bildet mit Kreisläufer Jakub Sira den Mittelblock. „Wir haben nicht so viele andere Varianten und nachdem Jakub in Dresden die rote Karte bekommen hatte, rückte ich ins Abwehrzentrum - und das habe ich nicht so schlecht gemacht, deshalb bin ich im Mittelblock geblieben“, berichtet der Tscheche: „Es ist herausfordernd und die schwierigste Aufgabe in der Abwehr, denn über die Mitte gehen 80 Prozent der gegnerischen Angriffe und auf der Position spielen meistens auch die besten Spieler, was es noch anstrengender macht.“ Denn nachdem sich Abwehrchef Lukas Horky in der letzten Partie der vergangenen Spielzeit die linke Achillessehne gerissen hatte, stand die Deckung nicht mehr so sattelfest - und Einheit-Trainer Mario Schuldes probierte verschiedene Varianten. „Es ist eine komplett neue Situation für mich, denn wenn ich früher in der Verteidigung stand, dann war ich Halbdecker und im Mittelblock hatte ich noch nie gespielt, auch weil ich nicht der größte Spieler bin“, erzählt Zbiral, der erst noch in seine neue Rolle reinwachsen muss: „Ich trug meistens eher in der Offensive viel Verantwortung für die Mannschaft und hatte ja beispielsweise oft den Angriff-Abwehr-Wechsel mit Lukas gemacht - und dann hatte ich mir so meine Gedanken über den nächsten Angriff gemacht.“ Doch bis zur schweren Verletzung des rechten Fußes vom jungen Mittelmann Joel Stegner am Sonntag in Bad Blankenburg spielte der Pilsener fast nur noch in der Abwehr. „Vielleicht ist die Deckungsarbeit für den Kopf bisschen leichter, aber dennoch auch sehr schwierig und ich war nie der Spielertyp, der unbedingt in der Verteidigung stehen wollte - auch wegen der Größe, die es meinem Gegenspieler einfacher und mir schwieriger macht“, gesteht der 32-Jährige, der auch in Kontakt mit Lukas Horky stand: „Wir haben uns ausgetauscht und natürlich über die Abwehr gesprochen, aber generelle Tipps gab es nicht, weil die Deckungsarbeit gegen jeden Gegner bisschen anders ist.“ Trotz des wichtigen 30:26-Sieges in Bad Blankenburg mit deutlich unter 30 Gegentoren sieht David Zbiral noch weiteren Verbesserungsbedarf in der Verteidigung und sehnt sich gleichzeitig nach längeren offensiven Einsätzen, die sich gegen Oebisfelde nun wahrscheinlich zwangsläufig ergeben. „Dass ich die kompletten 60 Minuten im Mittelblock in der Abwehr und auf der Mitte im Angriff spiele, dafür reicht meine Kraft nicht, aber das schafft fast kein Spieler“, sagt der Tscheche, der seine zehnte Saison im Trikot der Rot-Weißen spielt und sich noch keine Sorgen um den Klassenerhalt macht: „Die Mannschaft ist genauso gut wie in der letzten Saison, als wir Vierter wurden, aber wir machen noch zu viele einfache Fehler und uns fehlt auch bisschen Glück, denn die vielen verletzungsbedingten Ausfälle schwächen uns sehr.“ Deshalb seien die Plauener auch gegen den Tabellenvorletzten zum Siegen verdammt. „Oebisfelde ist ein Gegner, den wir besiegen müssen“, weiß Zbiral, der bei Gesundheit offen für eine Vertragsverlängerung des zum Saisonende auslaufenden Kontrakts ist: „Wir spielen nicht nur um zwei Punkte, sondern es ist ein Vier-Punkte-Spiel und es wird ganz wichtig sein, dass wir gewinnen, um den Abstand auf die Abstiegszone zu vergrößern - auch für den Kopf wäre ein Heimsieg ganz wichtig.“ Dabei kommt es auch zum Wiedersehen mit dem ehemaligen Einheit-Kreisläufer Martin Danowski - im Zusammenspiel im Angriff bei den Füchsen wurden die beiden einst als beste Mittelachse der Liga bezeichnet. „Mit Dano war es in der Offensive gut zu spielen, denn er ist im Angriff einer der besten Kreisläufer der Liga und hat da auch seine Stärken, die wir natürlich kennen“, erinnert sich der Mittelmann: „Er ist für mich aber wie ein normaler Gegner und deshalb denke ich nicht, dass es besonders wird, gegen Dano zu spielen.“ Besonders wichtig wäre ein Heimsieg der Rot-Weißen und daran wird David Zbiral sowohl im Angriff als auch in der Abwehr in seiner neuen Rolle maßgeblichen Anteil haben. (flow)
Bild zur Meldung: Wieso David Zbiral vom offensiven Freigeist zum defensiven Stabilisator wurde





