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„Pirna ist für mich eine ganz normale Mannschaft und ein Gegner wie jeder andere“

09.10.2025

In Pirna hatte sich Jan Misar Anfang März 2022 sein Kreuzband gerissen und konnte danach fast ein Jahr kein Handball mehr spielen. Doch in der letzten Saison war der Torhüter so stark wie noch nie im Trikot des HC Einheit Plauen, der am Samstag ab 17 Uhr die SG Pirna/Heidenau in der Regionalliga Mitteldeutschland empfängt.

Es war ein riesiger Schock für Spieler, Trainer und Fans des HC Einheit Plauen, als sich beim Saison-Wiederbeginn nach der coronabedingten Zwangspause Anfang März 2022 Torhüter Jan Misar in der damaligen Oberliga-Partie bei der SG Pirna/Heidenau in der 26. Minute schwer verletzte: Beim Versuch einen Pirnaer Strafwurf zu parieren, zog sich Misar einen Kreuzbandriss zu und konnte fast ein Jahr kein Handball mehr spielen. „Ich fühle manchmal noch im Knie, dass ich mich dort verletzt hatte, aber ich habe keine Probleme mehr, deshalb spielt meine Verletzung im Training und im Spiel keine Rolle mehr“, sagt Misar und verneint die Frage, ob er die Verletzung mit dem kommenden Kontrahenten verbindet: „Pirna ist für mich eine ganz normale Mannschaft und ein Gegner wie jeder andere.“ Dabei war seine Rückkehr keine leichte, der Schlussmann stand erst auf Leihbasis im Frühjahr 2023 im Aufgebot des tschechischen Extraligisten HBC Strakonice 1921, um Spielpraxis zu sammeln, bevor er im Sommer vor zwei Jahren wieder zu den Füchsen zurückkam. „Die erste Saison nach meiner Verletzung war schwer für mich - auch weil wir mit Tim Hujer, Josef Pour und mir drei Torhüter waren, was es natürlich für mich noch schwerer machte, dass ich Einsatzzeiten bekam“, erinnert sich der Tscheche: „Ich hatte auch noch Angst im Tor und so war es für mich eine schwierige Saison.“ Doch in der letzten Saison spielte er seine beste Runde im Trikot der Rot-Weißen und trug mit seinen vielen Paraden maßgeblich mit zum Erreichen des vierten Tabellenplatzes in der Regionalliga Mitteldeutschland bei - der zweitbesten Platzierung der Vereinsgeschichte nach dem Vizemeistertitel 2015. „Ich trainierte immer mehr, hatte auch keine Probleme mehr mit meinem Knie und vor allem in der Rückrunde war ich dann immer besser“, erzählt der 34-Jährige: „Ich habe viel gespielt, war zufrieden und hatte das Gefühl von den Trainern, dass ich wichtig für die Mannschaft bin, was vor allem richtig gut für meinen Kopf war.“ Seit 2016 steht der Pilsener im Tor der Spitzenstädter und es war die erste Saison, dass er die klare Nummer 1 war - und profitierte auch von Abwehrchef Lukas Horky, dem wahrscheinlich besten Verteidiger der Liga. „Wenn so ein Abwehrspieler wie Lukas in der Deckung steht, dann ist das natürlich auch für uns Torhüter besser, aber er ist aktuell verletzt und wir müssen das leider ohne Lukas so gut lösen, dass wir auch wieder über unsere starke Defensive die Spiele gewinnen“, fordert der Schlussmann wieder mehr Stabilität in der Verteidigung: „Im Zentrum stehen nun mit Jakub Sira, Florian Wokan und Vaclav Kotesovec drei Kreisläufer, aber die Kooperation ist einfach nicht so gut wie in der letzten Saison mit Lukas, weshalb wir daran arbeiten müssen.“ Doch was genau hat sich in der Defensive ohne den Abwehrchef verändert? „Sowohl Bernburg als auch Wittenberg hatten 80 Prozent der Würfe von sechs Metern und als Lukas in der Deckung stand, dann haben die Gegenspieler aus acht, neun Metern vor dem Abwehrblock geworfen - und dann haben wir Torhüter es auch leichter, den Ball zu halten“, erklärt Jan Misar: „In dieser Saison kamen die Gegner viel öfter über die Kreisläufer, Außenspieler oder mit Durchbrüchen zum Wurf, was es schwieriger macht, die Bälle zu halten.“ Dazu kommt, dass der Pilsener mit Matej Brychlec wieder einen neuen und jungen Torhüter an seiner Seite hat, der den Anspruch hat, die Nummer 1 zu werden - und seinen Stammplatz erneut als Herausforderer erkämpfen muss. „Matej ist ein sehr guter Torhüter, was er auch in jedem Training beweist, aber bisher konnte er es leider im Spiel noch nicht so zeigen - vielleicht braucht Matej mal ein Topspiel, in dem er über 40 Prozent der Bälle hält“, sieht der erfahrene Schlussmann großes Potenzial in seinem Kontrahenten: „Matej ist jünger und schneller als ich, aber ich möchte natürlich auch noch weiter im Tor stehen - und ich werde um meine Einsatzzeit kämpfen.“ Doch von einem richtigen Konkurrenzkampf möchte der 34-Jährige nicht sprechen. „Wir sind zwei Torhüter und mir ist wichtiger, dass wir zusammenarbeiten und nicht gegeneinander, denn diese Einstellung, dass wir uns gegenseitig helfen und viel miteinander über das Spiel und die besten gegnerischen Werfer reden, ist besser“, so Misar: „Natürlich ist mein Ziel, wieder öfter zu beginnen und ich glaube auch, dass ich beispielsweise in Wittenberg gut gehalten habe - ich möchte spielen, deshalb bin ich hier und nicht nur auf der Bank sitzen.“ Und vor allem möchte Jan Misar mit seinen Paraden dazu beitragen, dass der HC Einheit Plauen am Samstag mit den Fans den nächsten Heimsieg gegen die SG Pirna/Heidenau bejubeln kann. (flow)

 

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