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„Es macht einfach Spaß, auf so einem hohen Niveau zu spielen“

19.09.2025

Nachdem Gian-Luca Corda als junger Ergänzungsspieler bereits in der Saison 2019/2020 Viertligaluft beim HC Einheit Plauen schnuppern konnte, verstärkt er nun als Linksaußen die Füchse: Wieso der Plauener wieder in der Regionalliga Mitteldeutschland für die Rot-Weißen aufläuft, wie das Eigengewächs mit der Erwartungshaltung umgeht und was die Nummer 2 zuversichtlich stimmt, sich mit 25 Jahren noch weiter entwickeln zu können, hat er im Interview mit Florian Wißgott verraten - und dabei auch versucht, die Heimstärke der Reusaer zu erklären, auf die die Mannschaft wieder am Samstagnachmittag ab 17 Uhr gegen die HG 85 Köthen setzt, um den zweiten Heimsieg zu bejubeln.

Du hattest bereits in der Saison 2019/2020 für den HC Einheit Plauen in der vierten Liga gespielt, wie waren die ersten Wochen wieder in der ersten Mannschaft? 

Gut, das Training ist zwar anspruchsvoll, aber macht auf jeden Fall viel Spaß. Es sind alle gut dabei und alle ziehen gut mit.

Was sind nach der Zeit die größten Unterschiede, was war so vielleicht anders oder neu für dich im Vergleich zur zweiten Mannschaft und zur Saison 2019/2020?

Das Niveau ist natürlich sehr hoch, das Tempo ist viel höher und dass in den Übungseinheiten spezifischer trainiert wird, damit wir uns noch besser auf die Gegner einstellen können. 

Dein erstes Spiel in der Regionalliga Mitteldeutschland durftest du gleich vor heimischem Publikum bestreiten und dadurch Jan Kacin fehlte, kamst du gleich auf Linksaußen zu ordentlich Einsatzzeit; wie war’s?

Das fand ich gut, dass Trainer Mario Schuldes mir das Vertrauen geschenkt hat und mich gleich so viel spielen ließ - auch wenn ich der Neuzugang bin, der am wenigsten Erfahrung auf dieser Position hat. Es hat Spaß gemacht, auch gleich von Beginn an zu spielen und bisschen was den Fans zu zeigen.

Und die Zuschauer konnten gleich mit dir vier Tore bejubeln, zufrieden mit dem ersten Spiel?

Ja, aber trotzdem gibt es noch einiges zu verbessern - gerade in der Abwehr muss ich mich auf jeden Fall noch bisschen anpassen. Denn in der Regionalliga wird ganz anders gedeckt als in der Regionsoberliga, in der der Außenspieler eher eine passivere Rolle hat. In der vierten Liga muss man ordentlich mitmachen, sonst gibt’s auf diesem Niveau einige Probleme. Die größte Schwierigkeit gegen Eisenach war, dass ich einfach zu langsam war, also mich zu langsam bewegt und auch zu langsam realisiert habe, ob ich aushelfen, rausgehen oder zurückgehen muss. 

Du hattest dir nur einen Fehlwurf geleistet; hast du erwartet, dass die Quote passt?

Ja, weil wir auch viele Würfe im Training machen. Es ist ja auch ein Positionswechsel für mich gewesen, dass ich wieder auf Linksaußen und nicht mehr wie in der zweiten Mannschaft im Rückraum spiele. Aber da ich auch in den Testspielen meine Einsatzzeit bekommen hatte, hat mir das einiges gebracht - wie Selbstvertrauen beim Wurf und ich denke, dass das aktuell immer besser wird. Denn desto mehr ich den Abschluss auch im Training auf der Position übe, desto besser wird's auf jeden Fall. 

Profitierst du dabei auch von deiner Ausbildung im Nachwuchsleistungszentrum  in Aue, denn das Werfen verlernt man ja nicht?

Schwierig, zwar hatte ich in meiner ersten Saison mit der ersten Mannschaft auch auf Linksaußen gespielt, aber damals ja leider sehr wenig Einsatzzeit bekommen. In Aue hatte ich auf Rechtsaußen und im Rückraum gespielt, deshalb habe ich nicht viel Erfahrung auf dieser Position. Wir haben gute Torhüter, da muss ich schon im Training gut werfen und meine Mitspieler wie Kaca geben mir gute Tipps. 

Ist dir der Positionswechsel leicht gefallen?

Leicht ist es auf jeden Fall nicht, da ich auf Linksaußen ganz andere Prioritäten habe als beispielsweise im Rückraum - so liegt sie nun mehr oder weniger auf dem Wurf und daran muss ich noch weiter arbeiten. Ich denke, dass ich genug Tempo mitbringe, aber ich bin zuversichtlich, dass ich mich gut entwickele. Denn ich wusste auch ungefähr, was auf mich zukommt und ich mich auf jeden Fall richtig reinhängen sowie alles muss. Aber ich habe auch nicht gedacht, mal schauen, ob das überhaupt klappt, denn ich gehe schon davon aus, dass das eine gute Saison wird. 

Hast du dich mit deinem Positionswechsel abgefunden oder liebäugelst du noch, auch in der Regionalliga Mitteldeutschland einmal im Rückraum eingesetzt zu werden?

Das kann ich noch nicht für die Zukunft beantworten, ob ich irgendwann mal den Wunsch habe, wieder im Rückraum zu spielen. Aber ich werde wahrscheinlich nichts dagegen haben, mich komplett auf Linksaußen anzupassen und nur noch auf dieser Position zu spielen. Wenn ich mein Niveau noch weiter steigern kann, dann ist vielleicht noch einmal irgendwann ein Positionswechsel möglich, aber wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm. Es geht mir nur darum, noch besser zu werden und wo ich dann spiele, überlasse ich dem Trainer.

Deine Stärke ist auch die Schnelligkeit; kommt dir da das Tempospiel zugute, auf das Trainer Mario Schuldes so großen Wert legt?

Ja, wir sind aber alle relativ fix und haben viele schnelle Spieler. Wenn wir das noch besser umsetzen können, dann könnten wir noch erfolgreicher werden. Auf jeden Fall liegt mir das schnelle Spiel. 

Mit einem 33:31-Heimsieg gegen den Aufsteiger ThSV Eisenach II in die neue Saison zu starten, war wichtig?

Ja, auch wenn es kein allzu gutes Spiel war und wir einiges besser hätten machen können. Aber dennoch ist so ein Heimsieg immer ein guter Start in die Saison und gibt Selbstvertrauen. Auch wenn wir dann letzten Samstag auswärts beim Drittliga-Absteiger SV Anhalt Bernburg mit 32:38 verloren haben, haben wir gesehen, wo es bei uns noch hapert und ich denke aber, dass wir darauf auf jeden Fall aufbauen können - und die nächsten Partien wieder erfolgreich bestreiten. 

War es das I-Tüpfelchen, dass du von den Fans in der Einheit-Arena zum Spieler des Spiels gewählt wurdest?

Ja, auch wenn ich denke, dass ich nicht der Spieler des Spiels war - vielleicht lag es daran, dass ich aus den eigenen Reihen komme und mich einige kennen. Aber es war trotzdem cool und es freut mich, wenn ich weiß, dass ich Leute habe, die mich unterstützen sowie mich wählen. Es ist cool, zu wissen, dass so viele Fans hinter mir stehen.

Macht dich das stolz, dass du als Eigengewächs für die Einheit in der Regionalliga Mitteldeutschland spielst?

Ja, dass ist schon ganz cool und es ist ja schon lange her, dass mal ein Plauener auf diesem Niveau in der ersten Mannschaft gespielt hat. Für mich ist das auch eine kleine Ehre, dass ich hochgezogen wurde und mich gegen andere Spieler durchgesetzt hatte sowie sich für mich entschieden wurde. 

Damit einher geht natürlich auch eine Erwartungshaltung und ein gewisser Druck, der auf deinen Schultern lastet; wie kommst du damit zurecht?

Ich denke, dass ich damit mittlerweile besser umgehen kann als ich noch jünger war, denn damals habe ich mir selber einen zu großen Druck gemacht. 

Du bist als Plauener natürlich auch in gewisser Weise ein Aushängeschild des HC Einheit; ist es eine zusätzliche Motivation, dass du nun unbedingt zeigen willst, dass du zurecht in der ersten Mannschaft spielst?

Ich möchte auf jeden Fall zeigen, dass ich es besser kann und es in meiner ersten Saison leider noch nicht so zeigen konnte, was ich kann. Als ich als Kind die Spiele der ersten Mannschaft gesehen hatte, wollte ich es natürlich auch einmal dahin schaffen und dass es mir jetzt gelungen ist, ist natürlich ein tolles Gefühl. Es zeigt, dass ich viel Arbeit in die Verwirklichung des Ziel reingesteckt habe und es sich aber auch gelohnt hat.

Was ist deine größte Motivation, in der Regionalliga Mitteldeutschland zu spielen?

Es macht einfach Spaß, auf so einem hohen Niveau zu spielen und dass ich da auch mein Bestes geben kann, um mitzuhalten. Es ist ein cooles Erlebnis, gegen so starke Mannschaften mit erfahrenen Handballer und jungen Talenten zu spielen.

Das erste Auswärtsspiel habt ihr vergangenen Samstag beim SV Anhalt Bernburg mit 32:38 verloren, der von 2000 bis 2010 in der zweiten Bundesliga und von 2010 bis 2025 in der dritten Liga spielte; die Bären waren kein ligatypischer Gegner oder?

Ich finde es cool, wenn ich weiß, dass der Gegner einmal höherklassig gespielt und mehr Erfahrung hat - und sich mit solchen Spielen auf diesem Niveau messen zu können, ist schon ein geiles Gefühl.

Mit der HG 85 Köthen empfangt ihr am Samstagnachmittag ab 17 Uhr den Dauerbrenner der vierten Liga, ist das Ziel der zweite Heimsieg?

Auf jeden Fall! 

Zeichnet die Heimstärke den HC Einheit Plauen aus, der ja zum letzten Mal gegen den HV Rot-Weiß Staßfurt am 19. Oktober 2024 denkbar knapp mit 32:33 in der Regionalliga Mitteldeutschland verloren hat?

Ich war zwar in der letzten Saison noch nicht in der ersten Mannschaft, aber ich denke, dass wir zu Hause schon sehr stark sind und bisschen selbstbewusster auftreten.

Du bildest in dieser Saison in der Regionalliga Mitteldeutschland mit Jan Kacin das Duo auf Linksaußen, fühlst du dich damit wohl?

Ja und es ist auch nicht nur Kaca, der mir Tipps gibt, sondern alle Mitspieler helfen mir, falls sie eine Idee haben, wie sie mich unterstützen können. Die Mannschaft ist super.

Was ist dein persönliches Ziel für die Saison und was stimmt dich zuversichtlich, dass du dich mit bereits 25 Jahren noch weiter entwickeln kannst?

Ich möchte mit guten Leistungen so viel Spielzeit wie möglich bekommen und mich natürlich weiterentwickeln. Dabei wird mir natürlich das intensive Training auf hohem Niveau helfen und wenn ich weiter in der vierten Liga spiele, kann ich mir von den anderen Spielern noch bisschen was abschauen sowie dazulernen. Klar werde ich wahrscheinlich nicht mehr den riesigen Sprung machen, aber ich denke, dass ich mich auf jeden Fall noch steigern kann. (flow)

 

Bild zur Meldung: „Es macht einfach Spaß, auf so einem hohen Niveau zu spielen“

 
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