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Einheit gelingt Wiedergutmachung und Sprung auf vierten Platz

06.04.2025

Mit dem 36:29-Erfolg gegen die HSG Suhl haben sich die Handballer des HC Einheit Plauen für die bittere Hinspielniederlage beim Aufsteiger revanchiert. Wie es den Füchsen trotz zahlreicher Ausfälle gelungen ist, den achten Heimsieg in dieser Saison in der Regionalliga Mitteldeutschland vor 390 Zuschauern in der Einheit-Arena einzufahren. 

Wie groß das Selbstbewusstsein der Rot-Weißen mittlerweile ist, zeigten sie am Samstag: Trotz der schwachen Vorstellung in der Vorwoche bei der 26:33-Niederlage in Köthen, den verletzungsbedingten Ausfällen der beiden Mittelmänner David Zbiral und Joel Stegner sowie einigen angeschlagenen Spielern, ließen sich die Spitzenstädter auch in ungewohnter Formation nicht verunsichern - und drehten einen 12:13-Rückstand nach 24 Minuten in einen klaren 26:17-Vorsprung Mitte der zweiten Halbzeit. „Wie sich die Jungs trotz Krankheit oder Verletzung so in den Dienst der Mannschaft gestellt haben und dann so eine Leistung brachten, zeichnet sie aus“, zieht Einheit-Trainer Mario Schuldes symbolisch den Hut: „Es war auch wichtig, dass wir zu Hause gespielt haben, das Publikum uns angefeuert hat und dann gewinnt man auch mit einer angeschlagenen Truppe gegen eine stark besetzte Suhler Auswahl.“ Zwar konnten sich die Vogtländer über weite Strecken der ersten Halbzeit immer wieder mit bis zu vier Toren wie beim 8:4 nach gut elf Zeigerumdrehungen absetzen, doch den Gästen gelang stets der Anschlusstreffer oder sogar der Ausgleich. „Es war entscheidend, dass wir den Kampf angenommen, uns nicht von den Thüringern beeindrucken lassen und in der Abwehr den Kontakt mit dem Ballführenden gesucht haben - und im Angriff konsequent in die Lücken gegangen sind“, erzählt Schuldes: „Wir sind unter den Voraussetzungen gut in die Partie gekommen, auch wenn die Begegnung relativ ausgeglichen war.“ Besonders in der Anfangsviertelstunde konnten die sonst mit eher weniger Einsatzzeit bedachten Linksaußen Kevin Model und Rico Englert im rechten Rückraum mit jeweils drei Treffern überzeugen. „Rico hat das gut gelöst, Tore aus dem Rückraum erzielt und paar gute Anspiele an den Kreis gemacht“, ist der Übungsleiter sehr zufrieden, dessen Vertrauen belohnt wurde: „Die Jungs mussten die Leistung bringen und das haben sie wirklich gut gemacht.“ Auch der eigentlich auf Linksaußen spielende Jan Kacin überzeugte als Mittelmann. „Kaca hat das auf der Mitte im Positionsangriff gut gelöst, hat im Tempo und unter großer Bedrängnis sehr gut den Ball weitergespielt“, lobt Mario Schuldes: „Es hat uns bisschen in die Karten gespielt, dass wir mit Kaca einen schnellen Mittelmann hatten, der den kräftigen Mittelblockern einige Probleme bereitet hat.“ Die Lücken konnte auch Maximilian Krüger im linken Rückraum für sich nutzen und so war der Kapitän mit sieben Toren der erfolgreichste Werfer. „Die Rückraumreihe hat im Abschlusstraining zum ersten Mal in dieser Konstellation eine halbe Stunde zusammen gespielt und dass es dann so gut klappt, ist umso schöner“, freut sich der Einheit-Trainer: „Das zeigt, wenn jeder Vollgas gibt, dass wir in jeder Formation erfolgreich sein können und auch auf der Bank waren die Emotionen da, was mir sehr gut gefallen hat.“ Dass die Hausherren ihren Vorsprung nicht halten konnten, lag auch daran, dass die beiden Torhüter Jan Misar und Jan Dohnal im ersten Durchgang nur zwei Paraden hatten - und das, obwohl Abwehrchef Lukas Horky „wieder deutlich präsenter war, wodurch die Deckung viel besser stand“, ergänzt Schuldes: „Wir waren in der Verteidigung sehr aktiv und konnten dadurch das ein oder andere einfache Tor erzielen.“ Dennoch gingen die Waffenstädter beim 13:12 nach knapp 24 Minuten erstmals selbst in Führung - es sollte aber die einzige in der Partie bleiben. „Wir wollten mit vielen Kreuzbewegungen den Mittelblock in die seitliche Bewegung bringen, aber wir haben in dieser Phase nur parallel vor der Abwehr gekreuzt und sind nicht mehr in die Tiefe gekommen, weshalb wir auch nicht zu guten Abschlüssen kamen“, erklärt der Übungsleiter auch die Probleme bei Zeitstrafen, die zu einigen Kontertoren führten: „Die starke Suhler Kooperation zwischen dem Rückraum und den Kreisläufern haben wir vor allem in der ersten Halbzeit in der Positionsabwehr sehr gut unterbunden.“ Dadurch brachten die Füchse die Simsonstädter immer wieder ins Zeitspiel, konnten Ballgewinne in der Defensive erzwingen und dank eines 5:1-Laufes bis zur Pause mit einer 17:14-Führung in die Kabine gehen. „Wir machen im ersten Durchgang nur drei technische Fehler und leisten uns nur vier Fehlwürfe, das war wirklich sehr gut“, unterstreicht Mario Schuldes: „Es war eine wirklich gute erste Halbzeit, sowohl in der Abwehr als auch im Tempospiel und Positionsangriff.“ 

Bis zum 17:20 nach 36 Minuten konnte der Aufsteiger das Aufeinandertreffen noch offen gestalten, doch mit einem 6:0-Lauf binnen sieben Zeigerumdrehungen zum 26:17 entschieden die Rot-Weißen die Partie frühzeitig - unter anderem hielt Torhüter Jan Dohnal einen Siebenmeter und einige freie Würfe. „Vor allem in den letzten zwanzig Minuten waren die Torhüter voll da“, bestätigen zehn Paraden im zweiten Durchgang den Eindruck des Einheit-Trainers: „Dadurch konnten wir uns auch absetzen, weil wir in unser starkes Tempospiel kamen, was der Schlüssel zum Sieg war.“ Als Dohnal dann nicht mehr so die Hand an den Ball bekommen hatte, kam Misar und knüpfte an die starke Leistung seines Vorgängers an - auch „Hanso“ vereitelte einen Strafwurf. „Wir sind mit viel Leidenschaft aufgetreten und dann kommt auch die Unterstützung von den Rängen, was uns nochmal fünf Prozent mehr gibt“, bedankt sich Schuldes bei den Fans für die lautstarke Unterstützung: „Unser variables Angriffsspiel machte es Suhls Deckung sehr schwer, sich auf uns einzustellen und da sie nicht ganz so schnell gespielt haben, konnten wir mit Lino sowie Lukas auch zwei Abwehr-Angriff-Wechsel machen.“ Zu einer „super Angriffsleistung“ trugen auch Rechtsaußen David Machacek mit sechs Toren sowie Kreisläufer Jakub Sira bei, der bei fünf Treffern keinen Fehlwurf gehabt hat und „wieder ein super Spiel gemacht hat, obwohl auch er krank war“, hatte der Übungsleiter große Freude am Auftreten seiner Auswahl, das nicht nur mit „zwei wichtigen Punkten“, sondern auch mit dem Sprung auf den vierten Tabellenplatz belohnt wurde: „Suhl war mit komplettem Kader angereist und dann muss man die Südthüringer auch erst einmal so souverän bespielen.“ (flow)

 

HC Einheit Plauen: Misar, Dohnal - Model (3), Janàsek (1), Krüger (7/4), Englert (3), Linhart (4), Machacek (6), Kacin, Jahn (2), Zbiral, Horky (2), Szöllösi (3), Sira (5); Trainer Mario Schuldes, Co-Trainer Josef Pour, Mannschaftsverantwortlicher Bernd Grimm, Mannschaftsarzt Dr. Normann Haßler

 

HSG Suhl: Cetnik (6/1), Ruzic (4), Pámer, Ganchev (7), Sadovyi, Jelic, Buhac, Ivanov (3/1), Mirkovic, Zakharov (2), Radenovic, Ostroushko (3), Horbakha (1), Krivchikov (1), Janchev (2), Dzhulay; Trainer Manuel Müller, Co-Trainer Konstantin Selenow, Mannschaftsverantwortlicher Jacek Mularczyk

 

Verwarnungen: 3 für HC Einheit Plauen, keine für HSG Suhl

Zeitstrafen: 6 für HC Einheit Plauen, 6 für HSG Suhl

Siebenmeter: 5 für HC Einheit Plauen, 4 für HSG Suhl

 

Bild zur Meldung: Einheit gelingt Wiedergutmachung und Sprung auf vierten Platz

 
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