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Einheit will erneut mit Tempohandball erfolgreich sein
Können die Handballer des HC Einheit Plauen ihre Siegesserie weiter ausbauen und sich vielleicht sogar noch für ihre bisher starke Saison in der Regionalliga Mitteldeutschland mit einem Medaillenrang belohnen? Wie die Füchse auch am Samstagabend ab 19 Uhr beim Tabellenneunten HG 85 Köthen gewinnen wollen und welchen Anteil am Erfolg die beiden Schlussmänner sowie Torwarttrainer Josef Pour haben.
„Wir haben fünf super schwere Spiele in Folge und Köthen ist jetzt davon der letzte so schwierige Gegner“, sagt Co-Trainer Josef Pour: „Vor der ersten Partie gegen Delitzsch haben wir uns vorgenommen, mindestens vier Punkte aus dieser Serie mitzunehmen.“ Denn nach der 24:28-Niederlage beim Spitzenreiter besiegten die Rot-Weißen erst den Tabellendritten Pirna/Heidenau (31:24), dann den Achten Staßfurt (29:23) und vor dem spielfreien Wochenende den Zweiten Bad Blankenburg (29:26). „Wenn wir sechs Zähler holen würden, wäre das sehr gut und das ist uns bereits gelungen, was bedeutet, dass wir nach Köthen ohne Druck fahren, was super ist“, verrät Pour, der für den erkrankten Trainer Mario Schuldes unter der Woche die Übungseinheiten geleitet hat: „Wir wollen Köthen wieder schlagen, aber die Bachstädter müssen gewinnen, da sie nach drei Niederlagen in Folge Druck haben.“ So mussten sich die Sachsen-Anhalter erst dem Vierten Halle (30:40), dann dem Zehnten Glauchau/Meerane (25:31) und zuletzt Bad Blankenburg (32:37) klar geschlagen geben. „Wir haben die bessere Mannschaft, sind fokussiert, aber dennoch sehe ich uns nicht als Favorit, denn in Köthen kann alles passieren“, schätzt der Tscheche ein: „Die Bachstädter sind eine sehr eingespielte Truppe und Lukas Krug, Frank Grohmann sowie Torhüter Christian Kanzler sind deren wichtigste Spieler und wenn bei denen alles klappt, dann können wir große Probleme haben.“ So ließ der Schlussmann vor allem auf eigenem Parkett die Plauener schon öfter verzweifeln, die in der vergangenen Saison beim 29:25-Überraschungssieg erstmals mit zwei Punkten die Heimreise ins Vogtland antreten konnten. „Die Zuschauer sitzen so nah am Spielfeld, die Halle ist fast immer voll und das macht es auch nicht so einfach“, berichtet Pour: „Wir müssen wieder wie gegen Bad Blankenburg unseren Tempohandball spielen, dann können wir auch gegen Köthen erfolgreich sein.“ Dass die Zuversicht nicht unbegründet ist, zeigt ein weiterer Faktor. „Wir spielen besser gegen starke Gegner, wenn wir nicht der Favorit sind“, gesteht der 40-Jährige, der an die bittere 24:32-Auswärtsniederlage beim Schlusslicht Aue oder ans 26:26-Unentschieden gegen Apolda erinnert: „Wir sind nur drei Punkte hinter dem zweiten Tabellenplatz, das kann unsere zweitbeste Saison in der Geschichte der Regionalliga Mitteldeutschland werden und das ist unser Ziel.“ Der ursprünglich als ambitioniertes Saisonziel ausgegebene fünfte Rang ist zwar bei noch sechs ausstehenden Partien längst nicht sicher, aber der Vorsprung auf den aktuellen Siebten Aschersleben beträgt bereits fünf Zähler. „Unser Potenzial ist noch größer, als wir in den letzten Jahren gezeigt haben und ich bin unglaublich stolz auf die Jungs, dass sie jetzt endlich zeigen, wie gut sie spielen können“, weiß Josef Pour: „Wenn wir die Saison auf einem Medaillenplatz abschließen, wäre das für uns als neues Trainergespann super und auch eine sehr gute Werbung für die Mannschaft.“ Die machen sie auch mit attraktivem Handball - auch, weil es dem neuen Duo an der Seitenlinie gelungen ist, die jungen Neuzugänge wie Mittelmann Joel Stegner (20 Jahre) und Kreisläufer Marcell Szöllösi (20) ins Spielsystem erfolgreich einzubinden. „Joel ist richtig gut integriert und unser bester deutscher Neuzugang der letzten fünf Jahre“, verteilt Pour ein Extralob an den gebürtigen Eisenacher: „Der Großteil der Jungs spielt schon drei, vier Jahre zusammen und jetzt ist die Zeit, zu zeigen, wie stark wir sind.“ Wie Torhüter Jan „Misi“ Misar. „Misi ist die Überraschung für mich, er ist diese Saison wirklich sehr gut“, freut sich der Tscheche und nennt aus seiner Sicht die beiden Hauptgründe dafür: „Er hat die Erfahrung, da er schon seit Jahren in der Mitteldeutschen Regionalliga hält und wir so eng zusammen arbeiten, was für ihn sehr wichtig ist.“ Der 33-jährige Schlussmann nehme sich die Tipps von seinem Landsmann und Vorgänger sehr gut an. „Ich bin stolz auf ihn, denn Misi hat die letzten Jahre nicht so viel gespielt und was er diese Saison zeigt, ist super“, verweist Josef Pour auf aktuell fast 40 Prozent gehaltene Bälle: „Das ist stark, Misi ist auch ein Grund, wieso wir diese Spielzeit so erfolgreich sind.“ Dabei profitiert Jan Misar auch von dem sehr guten Zusammenspiel zwischen der Deckung und der Schlussmänner. „Wir haben mit Lukas Horky den besten Abwehrspieler der Liga“, sieht Pour das große Ganze und weiß, dass auch mehr Zeit fürs Torhütertraining eine wichtige Rolle spielt: „Die Mannschaft glaubt an Misi und vielleicht ist es auch für ihn jetzt einfacher, als er mit mir zusammen gehalten hat, denn aktuell ist er unsere richtige Nummer 1, was zu Saisonbeginn noch offen war.“ Auch, weil der noch junge zweite Schlussmann Jan Dohnal mit seinen erst 22 Jahren noch Zeit braucht. „Misi ist aktuell für mich der bessere Torhüter, spätestens seit Januar hält er richtig gut und wird immer besser“, ist der Tscheche zufrieden mit der Leistung der Schlussmänner und verweist auf die nur 534 Gegentore, was die viertwenigsten der Liga sind: „Das zeigt, wie stark wir sind und deshalb haben wir auch schon Spiele in der Defensive gewonnen.“ Darauf ist der 40-Jährige besonders stolz, der sich als Co-Trainer mehr auf die Übungseinheiten mit den beiden Torhütern konzentriert. „Aber wir tauschen uns viel aus, funktionieren nicht nur zusammen sehr gut, sondern haben auch die gleiche Meinung über Handball und das macht die Zusammenarbeit natürlich einfach“, sagt Josef Pour über Mario Schuldes und bezeichnet dessen Verpflichtung als eine „sehr gute Wahl“: „Mario ist ein sehr guter Trainer, ist menschlich super und hat viel Ahnung - Handball ist sein Hobby.“ Diese bereits nach wenigen Monaten so erfolgreiche Zusammenarbeit trug auch dazu bei, dass Pour seinen Vertrag beim HC Einheit Plauen bis Sommer 2028 verlängert hat: „Ich lerne von Mario und er ist auch ein Grund, wieso ich bleibe“, verkündet der Tscheche, der zudem vor kurzem seine B-Lizenz gemacht hat: „Ich kenne die Mannschaft.“
Für die schwere und richtungsweisende Auswärtsfahrt zählen die Füchse wieder auf ihre treuen Anhänger - die Partie beginnt am Samstagabend, um 19 Uhr, in der Heinz-Fricke-Sporthalle in Köthen (An der Rüsternbreite) und der Bus fährt um 14.15 Uhr am Sportplatz am Lindentempel sowie um 14.30 Uhr an der Einheit-Arena los. (flow)
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