- Einheit kassiert späten Ausgleich
- „Da gehen wir gerade in eine Richtung, die nicht gut ist und wir aufpassen müssen, dass nicht alles negativ wird“: Gelingt dem HC Einheit Plauen die Trendwende?
- Einheit wird von Lok überrollt
- Einheit möchte endlich wieder jubeln
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„Da gehen wir gerade in eine Richtung, die nicht gut ist und wir aufpassen müssen, dass nicht alles negativ wird“: Gelingt dem HC Einheit Plauen die Trendwende?
Es ist das Duell zweier Tabellennachbarn und enttäuschter Mannschaften, wenn am Samstagnachmittag ab 17 Uhr die Handballer des HC Einheit Plauen den SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz in der Mitteldeutschen Regionalliga empfangen. Wie Einheit-Trainer Mario Schuldes im Interview mit Florian Wißgott die aktuelle Situation bei den Füchsen bewertet.
Ziemlich genau vor einem Jahr hatte der HC Einheit Plauen schon einmal so einen Negativlauf von fünf Niederlagen in Folge, konnte diesen dann aber mit einem doch recht überraschenden Erfolg beim HSV Bad Blankenburg stoppen; wie stehen diesmal die Chancen auf einen Sieg gegen den auf Platz 13 stehenden SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz?
Wittenberg hat schon eine starke Mannschaft, sie haben auch paar gute Ergebnisse gegen starke Gegner erzielt und auch wenn sie dabei vielleicht nicht die Punkte geholt haben, haben sie gute Spiele gemacht. Es wird auf jeden Fall für uns keine einfache Aufgabe zu Hause.
Dennoch, sind die Rot-Weißen zum Siegen verdammt?
Ja, also jetzt zählen einfach nur Siege und Punkte. Wir haben ein Heimspiel und da müssen wir gegen jeden Gegner versuchen, die Zähler zu holen - und da ist es völlig egal, wer kommt, denn wenn wir unsere Leistung bringen, dann werden wir erfolgreich sein. Aber genau das ist in den letzten Partien das Problem gewesen, wir haben unsere Leistung nicht gebracht und damit auch keine Chance auf Punkte gehabt.
Wieso bekommt die Mannschaft seit Wochen das nicht umgesetzt?
Ich kann es nicht sagen, wir besprechen alles und werten unsere Fehler aus - und sagen, was wir anders machen wollen. Wir trainieren gut unter der Woche und die Jungs machen immer wieder gute Sachen. Aber im Spiel wirkt es so, dass ein Schalter umgelegt wird und jeder fängt einzeln an, irgendetwas zu machen. Wir spielen nicht mehr als Mannschaft, bringen nicht mehr so die Grundtugenden aufs Parkett, helfen uns nicht und haben Angst, im Angriff einen Fehler zu machen - und dann passieren natürlich Fehler. Wir machen nicht mehr das, was wir vor dem Spiel gesagt haben.
Wieso können die Spieler ihr Potenzial nicht auf dem Parkett abrufen?
Die Jungs können alle Handballspielen, aber sie machen es momentan schlecht. Wir wechseln, wenn es nicht gut ist und dann kommt jemand rein, der genau den gleichen Mist macht. Was will man dann machen, dann kann man den Spieler wieder bringen, den man bereits ausgewechselt hatte und hoffen, es wird besser, aber es wird leider nicht besser. Wir müssen wieder als Mannschaft auftreten und spielen, denn das ist die Grundlage - und wenn jemand keinen guten Tag hat, dann müssen die anderen in die Bresche springen.
Zum Beispiel?
Das sind einfache Sachen wie technische Fehler. Wenn der Mittelmann zugestellt ist oder geprellt hat und eine Anspielstation sucht, dann kann es nicht sein, dass sich die Halben hinter den Abwehrspielern verstecken. Dann muss ich mich anbieten, freilaufen und meinem Mitspieler helfen - und das machen wir leider auch nicht.
Wie ist die Stimmung innerhalb der Truppe?
Es bringt nichts, auf irgendjemanden zu schimpfen, weil er schlecht gespielt hat und den zweiten Fehler macht, sondern dann muss ich es vielleicht besser machen. Da gehen wir gerade in eine Richtung, die nicht gut ist und wir aufpassen müssen, dass nicht alles negativ wird, denn das bringt ja auch nichts. Wir müssen versuchen, das positiv zu lösen. Es ist nicht einfach, aber aus dieser Phase können wir uns nur selber herausziehen.
Der Auswahl fehlt es offensichtlich an Selbstbewusstsein, das man sich vor allem über Erfolg oder gelungene Aktionen holt; wie kann das gelingen?
Wir gehen im Angriff nicht in die Tiefe, gehen nicht mit Überzeugung in die Aktion und wenn wir das wieder machen würden, dann erzielen wir entweder das Tor oder bekommen den Freiwurf beziehungsweise Siebenmeter. Aktuell gehen wir leider nicht gut vorbereitet ins Eins-gegen-Eins und gehen dann parallel vor der Abwehr - und spielen dann den Ball oder müssen uns einen blöden Wurf nehmen. Wir müssen uns die Wurfsituationen richtig erarbeiten, denn in der Regionalliga Mitteldeutschland bekommt man nichts geschenkt. Gerade von unseren Rückraumspielern muss wieder mehr kommen, denn aktuell fehlen uns die Grundlagen und wir agieren kopflos, was nicht gut ist.
Woran liegt das?
Es sind die Jungs, die auf der Platte stehen und diese Fehler machen. Es ist gerade eine sehr schwierige Phase.
Wie sehr schmerzen in dieser Phase dann immer wieder verletzungsbedingte Ausfälle wie beispielsweise bei den Torhütern?
Das ist natürlich mitentscheidend, denn die Torhüter sind nunmal mit die entscheidenden Spieler und da haben wir bisher in der ganzen Saison keine Ruhe gehabt, da sie immer wieder angeschlagen waren oder nicht spielen konnten. Die Schlussmänner konnten deshalb nicht regelmäßig trainieren und keinen Spielrhythmus finden, weshalb es klar ist, dass dann auch die Leistung vielleicht nicht so gut ist.
Und in der Offensive fehlt vor allem Petr Jahn?
Pedro ist unser Stammhalblinks, spielt eigentlich 50 Minuten durch und ist etatmäßig der einzige linke Rückraumspieler. Gerade im Angriff ist er ein ganz entscheidender Spieler und wenn dieser fehlt, dann haben wir große Probleme, das zu kompensieren. Wir haben in den letzten Begegnungen gesehen, dass er uns sehr fehlt, aber dennoch muss die Mannschaft versuchen, das aufzufangen.
Wie sehr rächt es sich dann, dass man nur mit ihm in die Saison im linken Rückraum gegangen ist und kein Backup verpflichtet hat?
Mario Schuldes: Es gab einfach keine Möglichkeit dazu, keine qualitativ gute Lösung und deshalb mussten wir diese Pille schlucken. Das müssen wir so akzeptieren.
Jetzt ist man mit 3:11 Punkten und dem 14. Tabellenplatz wieder in der Drucksituation, unbedingt Zähler holen zu müssen; kann die Mannschaft damit umgehen?
Druck hat man ja immer, denn es gibt in der vierten Liga keine einfachen Gegner. Die Jungs wissen, dass nur zählt, Punkte zu holen und Druck da ist, was ganz normal ist. Aber sie spielen schon lange genug Handball und waren alle schon in solchen Phase, deshalb müssten sie eigentlich mit der Situation klarkommen.
Nach dem letzten Aufeinandertreffen bei der SG Pirna/Heidenau gab es noch in der Kabine ein langes Krisengespräch, weshalb?
Wir haben einiges besprochen und wir erwarten im nächsten Heimspiel ein völlig anderes Gesicht der Mannschaft. Das haben wir den Jungs klipp und klar gesagt, auch was unsere Erwartungshaltung ist. Wir werden sehen, wie das Duell gegen Wittenberg ist, ansonsten wird es Konsequenzen geben. Denn wir reden seit drei Wochen sehr viel, haben auch sehr viel Geduld und Verständnis für die Spieler, die alle keine Profis sind. Die Jungs haben alle ein Leben, einen Job, eine Familie und sicherlich privat auch mal andere Sachen um den Kopf, aber unsere Liga ist Leistungssport - und das bedeutet nunmal Druck. Wer damit nicht umgehen kann, ist leider bei uns falsch und das muss den Jungs bewusst sein, die bei uns sind, weil sie gute Handballer sind - und die Leistung bringen müssen. Uns war auch wichtig, dass die Spieler sich selbst mal äußern können, auch ihren Standpunkt kundtun und auch mal gegenseitig ihre Meinung sagen können.
Damit wurde vor allem vom Trainerteam noch einmal der Druck massiv erhöht, können die Spieler damit umgehen?
Irgendwann muss man es auf diese Schiene probieren, wir haben es mit Verständnis versucht, wir haben es mit Analysen probiert, aber wir bewegen uns seit drei Wochen im Kreis. Nach dem Spiel sagen wir, dass es schlecht war, was wir gemacht haben, dass der Gegner gut war. Wir analysieren, was schlecht ist, besprechen es und wie wir es besser machen können - und dann sind wir auf dem Parkett, aber machen es nicht.
Was stimmt dich optimistisch?
Die letzten Spiele sind in dem Duell gegen Wittenberg egal, ich weiß, dass die Jungs gut und besser sind, als sie in den letzten Partien zeigten. Wir sind gut vorbereitet und dann macht mich einfach optimistisch, dass sie gut Handballspielen können - und wenn sie das aufs Parkett bringen, dann werden wir erfolgreich sein.
Bild zur Meldung: „Da gehen wir gerade in eine Richtung, die nicht gut ist und wir aufpassen müssen, dass nicht alles negativ wird“: Gelingt dem HC Einheit Plauen die Trendwende?





