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„Verletzte Spieler ein bisschen in ihrem Engagement zu bremsen, ist oft eine Gratwanderung“

08.02.2020

Er ist seit über zehn Jahren der Mann, der die Wehwehchen der Spieler behandelt, immer als erster auf dem Parkett ist, wenn ein Akteur am Boden liegt und sich auch dafür verantwortlich zeichnet, die Aktiven wieder schnell fit zu machen: Unser Physiotherapeut Christian Ulbricht sprach im Interview mit Florian Wißgott über seinen Weg zum HC Einheit Plauen, er erklärte, worauf es bei seinen Aufgaben besonders ankommt und verrät, bei welcher Verletzung er den Atem angehalten hatte, wie er an taktischen Spielchen der Mannschaft beteiligt ist sowie welche Wünsche er an den Verein hat.

Erinnerst du dich noch daran, wie es zu deinem Engagement im Jahr 2010 kam?

Den ersten Kontakt zum HC Einheit Plauen hatte ich durch Georg Wiefel, den ich damals als Patient behandelte und er fragte mich, ob ich vertretungsweise für den erkrankten Josif Kruze einspringen könnte, der bis dahin als Physiotherapeut für die Mannschaft verantwortlich war. Aus dieser kurzfristigen Überbrückungszeit wurden dann mittlerweile schon zehn Jahre (lacht), denn der Verein sowie die Spieler waren ganz zufrieden mit mir und dann haben wir uns darauf geeinigt, da Josif auch nicht mehr so konnte wie er wollte, dass ich dafür weiterhin verantwortlich bleibe.

Bist du davor eigentlich schon einmal mit dem Handball in Berührung gekommen?

Als Kind war ich in der Handball-AG und hatte auch an Schulturnieren mitgemacht, aber aktiv im Verein habe ich nicht gespielt. Da aus meinem Freundeskreis Peter Silva hier gespielt hatte, war ich immer mal Zuschauer und so kannte ich natürlich schon vor meinem Engagement als Physiotherapeut den HC Einheit Plauen.

Was sind alles deine Aufgaben?

Wenn wir einen oder mehrere verletzte Spieler haben, dann bin ich während der Übungseinheiten für das Wiederaufbautraining verantwortlich, behandele sie und begleite das Athletiktraining. Vor den Übungseinheiten oder Spielen mache ich all das, was für leicht lädierte Akteure notwendig ist, also sie eincremen, mit einem Tape stabilisieren oder auch die Schultern lockern.

Worauf kommt es da besonders an?

Das Schwierige ist vor allem, verletzte Spieler ein bisschen in ihrem Engagement zu bremsen, denn viele angeschlagene Akteure wollen meistens mehr machen, als ihnen vielleicht gut tuen würde und deshalb ist es dann in diesem Moment wichtig, darauf zu achten, dass nicht zu viel gemacht wird, was oft eine Gratwanderung ist. Denn manchmal hilft es schon, wenn man sich im Training unter der Woche etwas zurücknimmt, um dann im Spiel am Wochenende mit dabei sein zu können. Auch ist es wichtig, wenn ein Spieler beispielsweise ein instabiles Gefühl im Sprunggelenk hat, dass er dort mit einem Tape stabilisiert wird, damit er nicht umknickt.

Welche Rolle spielt die Gewissheit für die Spieler, dass immer ein Fachmann da ist, der weiß, was zu tun ist, wenn mal etwas passiert?

Grundsätzlich muss der Spieler erst einmal selbst ein gutes Gefühl haben, denn wenn ich mit ihnen rede und sie aber noch ein ungutes Gefühl haben, dann entscheide ich, egal ob das eine Trainingseinheit oder ein Punktspiel ist, dass ich mit ihm etwas Anderes mache. Auch fragen mich die Spieler oft um Rat sowie was mein Vorschlag für die entsprechende Situation ist, was ich machen würde, damit sie mit dabei sein oder auflaufen können.

Welche Verletzungen sind dir besonders im Gedächtnis geblieben?

Leider bin ich bisher auch nicht von größeren Verletzungen seitens der Spieler verschont geblieben, ich erinnere mich beispielsweise noch an meinen ersten großen Einsatz hier, als sich Florian Weiß vor heimischem Publikum gegen die HSG Riesa/Oschatz die Schulter ausgekugelt hatte, als Jan Richter sich die Patellasehne bei der HSG Freiberg gerissen hatte oder Pascal Wolf sich beim HC Burgenland eine Handgelenksfraktur zugezogen hatte.

Was machst du dann in diesen Situationen, wenn ein Spieler verletzt auf dem Parkettboden liegt?

Es gibt beim Sport die sogenannte PECH-Regel, das bedeutet Pause, Eis, Compression und Hochlagern. Es ist da auch egal, was passiert ist, bei jedem Trauma gilt diese Regel und wenn diese befolgt wird, macht man nichts falsch. Meistens versuche ich dann noch, wenn es notwendig und möglich ist, es zu fixieren, ruhig zu stellen, wenn es geht zu schienen, dann zu tapen sowie mit Eis zu kühlen. Aber bei solch schweren Verletzungen müssen wir natürlich den Rettungswagen rufen, um es ärztlich behandeln zu können, da wir nur die Erstversorgung übernehmen können. Doch diese ist äußerst wichtig, denn die ersten fünf Minuten sind entscheidend und was da gemacht wird, entscheidet auch mit darüber, wie lange die Verletzung sein wird. Sobald die Schwellung ins Gewebe reinläuft, kann es einen verzögerten Heilungsverlauf geben und das müssen wir verhindern, was durch Druck gemacht wird, um ein Einbluten zu unterbinden.

Bei welcher Verletzungsunterbrechung hast du den Atem angehalten?

Bei Jans Verletzung war das schon extrem, denn die Kniescheibe war um mehrere Zentimeter nach oben gerutscht, weshalb an der eigentlichen Stelle eine Kante war und wenn man das dann sieht, ist das schon erst einmal ein großer Schreck. In dieser Situation muss man dann aber trotzdem ruhig bleieben, funktionieren und da der Ablauf eigentlich bei jeder Verletzung gleich ist, muss man in diesem Moment einfach alles abspulen. Ich habe also die Kniescheibe wieder heruntergezogen, fixiert und dann ist er ja gleich ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Jan Richter wurde im letzten Spiel der Saison 2014/2015 von einem Spieler der HSG Freiberg im Konter auf solch unfaire Weise gestoppt, dass er auf sein Knie gefallen und seine Patellasehne gerissen ist, wodurch die Kniescheibe um mehrere Zentimeter nach oben rutschte.

Steckt das Helfergen in dir?

(lacht) Joa, sonst hätte ich bestimmt diesen Beruf nicht gewählt, aber übertrieben ist er jetzt meiner Meinung nach nicht vorhanden, aber das sollen gerne andere Personen einschätzen.

Du arbeitest hauptberuflich als Physiotherapeut, in deiner Freizeit widmest du dich den Wehwehchen der Spieler, bist bei jedem Aufeinandertreffen mit dabei, nahezu immer bei den Trainingseinheiten anwesend; wie schaffst du das zeitlich alles unter einen Hut zu bringen und immer noch so großen Tatendrang zu spüren?

Das Schöne ist einfach immer dann der Moment, wenn die vormals verletzten Spieler wieder fit sind, auf dem Parkett stehen sowie ihre Leistung abrufen und vielleicht ihr erstes Tor bejubeln oder den Sieg mit der Mannschaft feiern können, dann weiß ich, dass es etwas gebracht hat, mit den Akteuren zusammen gearbeitet zu haben. Besonders freut mich, dass wir uns privat auch so gut verstehen, jedes Jahr zusammen in den Urlaub fahren und dadurch sind gute Freundschaften im kompletten Verein entstanden. Wenn das allerdings nicht wäre, dann würde ich es auch nicht mehr machen, da mir dann so etwas der Spaß fehlen würde.

Du sitzt bei den Spielen auf der Bank und machst manchmal im Training beispielsweise beim Fußballspielen mit, wie läuft bei dir so die Einheit-Zeit ab?

Nach der Arbeit fahre ich dann gleich zur Halle und bin dann meistens eine halbe oder dreiviertel Stunde vor Trainingsbeginn da und da das die Spieler wissen, kommen dann die eher, die sich von mir vorher behandeln lassen wollen. Während der Übungseinheiten versuche ich dann mal mit zu helfen, wenn Not am Mann ist oder mache eben zum Beispiel auch das Krafttraining sowie Dehnungsprogramm mit den verletzten Spielern. Nach den Übungseinheiten oder Spiel kümmere ich mich dann noch um die kleinen Wehwehchen, die gerade entstanden sind und dann kann das auch schon mal etwas später werden, bevor ich dann quasi Feierabend habe (lacht).

Was war bisher dein schönstes Erlebnis mit der Mannschaft?

Da gibt’s einige, jeder Sieg ist toll, es ist auch immer für mich als Physiotherapeut erfreulich, wenn sich kein Spieler verletzt hat, aber die Aufstiege waren doch schon etwas sehr Besonderes. Ich erinnere mich noch, als wir mit Silvio Fuchs in Aue zum ersten Mal in die Mitteldeutsche Oberliga aufgestiegen sind, denn das war eine richtig gute Truppe, da vor allem viele Plauener noch mit dabei waren.

Manchmal ist der Physiotherapeut auch ein Teil der taktischen Spielchen der Spieler, wenn sie beispielsweise am Boden liegen bleiben, um einen gegnerischen Angriff zu unterbinden; gibt’s da eine extra Schauspielschulung oder wann weißt du, dass es nichts Ernstes ist?

Die Spieler und ich haben da schon unsere Verständigungsmethoden, beispielsweise mal ein Augenzwinkern oder so… (lacht) Das sieht man dann schon relativ schnell, da die Akteure einem das Zeichen geben, ob das jetzt mal zum Durchatmen ist, dass die ganze Mannschaft mal ein paar Sekunden hat, um sich neu zu sammeln oder ob es wirklich ernst ist.

Manche Leibesübungen, die außergewöhnlich kräftezehrend sind und jede Freude eines Handballspielers entbehren, wo das Objekt der Begierde so weit weg wie die Sterne am Himmel von der Erde sind, dann ist doch die Liege beim Entspannung bringenden Physiotherapeut heiß begehrt oder?

Joa, die wird von einigen Spielern schon ganz schön oft genutzt, gerade in der Saisonvorbereitung kommen sie dann und sagen, dass sie mal hier oder da ein kleines Wehwehchen haben, um vielleicht auch mal ein anstrengenderes Lauftraining sausen zu lassen (lacht). Aber ich versuche dann schon auf die Akteure einzureden, appelliere an die Vernunft, dass auch so etwas wichtig ist und bis jetzt hat es auch noch niemand übertrieben.

Wie schätzt du die Kondition der Spieler ein?

Direkt nach Weihnachten war sie etwas verbesserungswürdig, aber dass da nicht so viel gemacht wird, ist klar und wenn man es saisonübergreifend betrachtet, dann sind wir nicht nur im Vergleich zum letzten Jahr deutlich besser geworden, sondern insgesamt auch auf einem sehr guten Weg. Über die Festtage nimmt jeder etwas zu und da sollen die Spieler sich auch mal ein bisschen ausruhen, aber ich hoffe dann natürlich, dass spätestens im Februar jeder wieder sein Normalgewicht erreicht hat. Da gibt es auch kleine Wetten untereinander in der Mannschaft, wer denn nun am meisten abnimmt und dann bin ich mal gespannt, was da herauskommt.

Hat die gute körperliche Verfassung der Spieler auch etwas damit zu tun, dass wir aktuell keine Verletzten haben?

Das ist sicherlich auch ein Faktor, aber das liegt oft auch an der Spielweise, denn gerade wenn man eine offensivere Abwehr spielt, dann kommt es häufiger zu seitlich unerwarteten Bewegungen. Denn in einer 6:0-Deckung können die Bewegungen des Gegenspielers besser antizipiert werden, da man bei anderen Verteidigungsformen mehr reagieren als agieren muss und genau dann steigt die Verletzungsgefahr.

Bist du zufrieden mit der aktuellen Situation?

Ja, auch wenn man natürlich im Sport immer erst dann komplett zufrieden ist, wenn man ganz oben steht, aber wenn wir die Saison jetzt betrachten, dann können wir bisher recht glücklich sein, auch wenn man sicherlich den ein oder anderen Punkt mehr holen hätte können.

Wie funktioniert die Absprache mit dem Trainer, wenn ein Spieler verletzt ist oder kleine Wehwehchen hat?

Wenn ein Spieler eine Überlastungssystematik hat, dann stimme ich den Trainingsinhalt schon mit dem Trainer ab, was auch immer gut klappt und so kann man sie vor Verletzungen in gewisser Weise schützen. Aber im Spiel ist dann der Einfluss schon sehr gering, da liegt die Entscheidung eher bei den Akteuren, dass sie von selbst sagen, dass sie sich unwohl fühlen, weil wir nur so damit arbeiten können und deshalb ist es wichtig, dass sie ehrlich sind.

Gibt es Unterschiede in der Behandlung?

Ja, jeder ist anders, jedes Gewebe ist verschieden und jeder Muskel fühlt sich unterschiedlich an und auch jeder Spieler hat eine spezielle Spannung im Körper, was alles nicht gleich ist.

Hast du ein Spezialrezept gegen müde Beine?

Das beginnt immer bei der Erwärmung und natürlich ist auch die Regeneration nach dem Spiel oder Training ganz wichtig, denn wer besser regeneriert, hat auch weniger müde Beine. So kann man also nach der Belastung viel dehnen, kalt duschen, um die Durchblutung im Muskel drinnen zu lassen, damit er langsam ruhen kann. Wir legen großen Wert darauf, dass dies auch von allen so durchgeführt wird, aber manchmal könnten wir auf jeden Fall etwas konsequenter die Umsetzung fordern. Vor jedem Training gibt es circa eine Viertelstunde eine Athletikeinheit, dass jeder Muskel schön warm ist und so das Verletzungsrisiko sinkt.

Wer ist alles bei der Erstellung des Fitnessplans mit beteiligt?

Das Trainergespann arbeitet den Fitnessplan gemeinsam mit mir aus und wir wissen ja auch, dass die Spieler nie alles machen, weshalb das nur eine grobe Richtlinie ist, dass wenigstens ein bisschen was gemacht wird.

Welche Wünsche hast du an den Verein?

Für mich ist wichtig, dass die Zusammenarbeit mit den Doktoren sowie speziell mit dem Helios-Klinikum funktioniert, denn sie sponsern unsere ganzen Materialen und deshalb denke ich, wenn die Unterstützer gut gepflegt werden, dann ist auch für die Mannschaft optimal gesorgt. Wenn sich beispielsweise ein Spieler verletzt hat, dann sind wir in ganz engem Austausch mit unseren Mannschaftsarzt Dr. Normann Haßler senior, dem ich dafür sehr dankbar bin, denn dann telefonieren wir miteinander und können uns so abstimmen, wie der Akteur am besten behandelt wird, weshalb es essentiell ist, dass dieses Zusammenspiel einwandfrei klappt.

Du engagierst dich auch noch in einer anderen Sportart…

…Ja, ich betreue noch ab und zu einen Kickboxer bei großen Turnieren, wie zum Beispiel Weltcups oder Europameisterschaften. Da ich sein Management ganz gut kenne, bin ich so an die Möglichkeiten gekommen, ihn bei Wettkämpfen zu begleiten, aber auch nicht bei allen. So war ich schon in Prag beim Weltcup mit dabei und in Maribor bei der Europameisterschaft, ansonsten noch bei verschiedenen Kämpfen in Deutschland. Also ganz so weit war ich noch nicht weg, aber es ist natürlich schon schön, solche Chancen zu bekommen und das zeigt mir, dass meine Arbeit nicht ganz so schlecht sein kann. Trotzdem hat sowas auch viel mit Glück zu tun, einfach die richtigen Leute kennen zu lernen.

 
 
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