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Im Interview: Peter Werning

02.12.2018

"Es hat einfach riesen Spaß gemacht, mit den alten Mannschaftskameraden wieder zusammen zu spielen"

 

Nicht nur Totgesagte leben länger, sondern auch schon längst in den Handballruhestand geschickte Spieler zeigen, dass Jugend forscht alleine ohne die Erfahrung der alten Hasen in der Mitteldeutschen Oberliga nicht wirklich erquickend ist: Abwehrspezialist Peter Werning, der seiner Frau einmal Danke für ihre Unterstützung sagen möchte, feierte kürzlich nach zwei Jahren Abstinenz beim HC Einheit Plauen sein Comeback und verrät im Interview mit Florian Wißgott, warum er nicht schon viel eher wieder für die rot-weißen auf Torjagd ging, ob er als Ersthelfer mit der Spritze des Erfolgs zurückkam sowie weshalb es dem Trainer lieb wäre, wenn er nun wieder etwas offensiver wird.

 

Vor zwei Jahren hast du eigentlich deinen Abschied aus dem höherklassigen Handball bekannt gegeben, wie kommt's zum Comeback?

Ich habe ja das ganze Geschehen beim HC Einheit Plauen trotzdem weiter verfolgt, auch wenn es mehr im Hintergrund war und dadurch der Bernd Grimm bei mir mit auf Arbeit ein Kollege ist, ist das sowieso immer ein Thema gewesen. Ebenfalls sind die anderen Mitarbeiter sportbegeistert und haben dann natürlich immer gefragt, was ist denn mit der Einheit los. Man liest außerdem immer mal etwas in der Presse und da das Interesse weiterhin da war, vielleicht sich erneut zu engagieren, bleibt man da dann mehr oder weniger tief in der Materie drin.

 

Ganz neugierige Anhänger hatten dich schon am Ende der letzten Saison mit bei den rot-weißen trainieren gesehen, warum?

Eigentlich war ja geplant gewesen, dass ich noch in der Ersten mit aushelfen kann, denn meine Saison bei der TSG Concordia Reudnitz war zu Ende und dann kamen wir auf die Idee, dass ich in den letzten Spielen der Rückrunde noch beim HC Einheit Plauen mit zum Einsatz kommen kann. Das wäre auch super gefunden, wenn das so funktioniert hätte, aber leider teilte uns der sächsische Handballverband bei dem Beantragen des Passes mit, dass die Wechselsperre zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vier, sondern acht Wochen beträgt, was bedeutete, dass ich nicht spielberechtigt war und ich selbst für die zwei Partien in der Relegation noch nicht die Erlaubnis hatte, für Einheit aufzulaufen, da ich immer noch gesperrt war. Da wir das damals aber noch nicht so genau wussten, trainierte ich erst einmal mit der Mannschaft mit, solange die Wechselmodalitäten noch nicht final geklärt waren.

 

Mit welchem Gefühl verfolgt man dann die Spiele in einer äußerst schwierigen sportlichen Situation, wenn man weiß, dass man gebracht wird und helfen möchte, aber nicht darf?

Das ist schön ein blödes Gefühl, aber man hatte ja immer noch den Glauben an die Mannschaft gehabt, dass sie es noch reißen und man nicht den Gang in die Sachsenliga antreten muss. Dass ich bei diesem Vorhaben noch richtig hätte helfen können, war mir nicht so klar, da nicht die Abwehr das Problem, sondern der schwache Angriff mit zu wenig erzielten Toren für die Erfolglosigkeit verantwortlich war und genau dafür war ich für mein Empfinden eigentlich nicht mehr der Spieler. 

 

Was geht einem dann durch den Kopf, wenn man auf der Tribüne sitzt, die Jungs auf dem Parkett spielen sieht und quasi zum Zuschauen verdammt ist?

Ich war ja mehr oder weniger in diesem Sinne dann freiwilliger Zuschauer und stand ja auch deshalb unter keinem Druck, weshalb ich es sozusagen einfach verfolgen konnte. Natürlich will man, dass dann auch die Einheit gewinnt und als sie das Relegationsrückspiel vor heimischen Publikum gegen den HC Glauchau/Meerane gewonnen hatten sowie dadurch in der Mitteldeutschen Oberliga blieben, da habe ich mich tierisch gefreut, also die besonderen Emotionen waren da. 

 

Warum bliebst du dann aber den rot-weißen nicht als Spieler erhalten?

Eigentlich wollte ich ja nur noch mal ein paar Spiele und nicht eine ganze Saison auf diesem höheren Niveau bestreiten, weshalb mir diese Überlegung auch sehr zugesagt hatte. Deshalb hatte ich mich auch erst einmal wieder zurückgezogen und auch für diese Spielzeit erst einmal abgesagt, komplett wieder einzusteigen. Dennoch war ich weiterhin spielberechtigt für den HC Einheit Plauen und habe auch meine Hilfe angeboten, falls ich gebraucht werde. 

 

Jetzt taumelte man erneut der Sachsenliga entgegnen, wer war es, der dir das Helfersyndrom eingeimpft hat?

Ich habe halt die Erfolglosigkeit am Anfang der Saison gesehen und habe mir deshalb ein Herz gefasst, um das in Angriff nehmen zu können. Durch Bernd Grimm als quasi mein Spindnachbar habe ich natürlich auch nahezu alles mitbekommen und dann habe ich die Entscheidung getroffen, es doch mal wieder zu probieren sowie hat mir dann im Prinzip die Vereinsführung in Person von Sabrina Lukas in Form eines Telefonats den endgültigen Auftrag erteilt, wieder für Einheit zu speilen.

 

Seitdem läuft`s, kamst du mit der Spritze des Erfolgs?

Ich konnte ja auch nicht erahnen, dass es gleich so gut läuft und wir drei Heimspiele in Folge gewinnen. Eigentlich hatte ich es mir deutlich schwerer vorgestellt, aber durch die neue mannschaftliche Geschlossenheit wird jeder richtig gut integriert sowie aufgenommen und das gibt dann schon einen großen Motivationsschub. Martin Danowski sowie Jan Richter haben ja sowieso schon sehr viel mit der Mannschaft kommuniziert, was wirklich wichtig ist und seitdem Jan nun der Trainer ist, hat sich das noch einmal intensiviert, was ich sehr gut finde. 

 

Wie waren die ersten Einheiten nach längerer Abstinenz, war alles beim Alten?

Ich war zufrieden mit mir und dadurch es beim Michel Wiesend etwas ruhiger zuging, war das dann auch so ein ganz guter Einstieg, um mich wieder an das höhere Niveau zu gewöhnen. Unter Jan Richter wird`s jetzt schon deutlich intensiver und er entpuppt sich so langsam als der Schleifer (lacht), dennoch macht es mir sehr viel Spaß sowie möchte ich mich selbst auch fordern. 

 

Wo siehst du den Unterscheid zwischen den beiden Trainern?

Ich denke, dass Jan Richter einfach noch mehr von dem umsetzt, was ihm die Spieler sagen und vor allem reagiert er in den Partien schneller, um nicht schon hoffnungslos auf der Verliererstraße zu sein, sondern noch die Dinge in die richtige Richtung lenken zu können. 

 

Wie hast du dich eigentlich fit gehalten?

Ich war ja weiterhin Spieler bei der TSG Concordia Reudnitz und so konnte ich mich ganz gut fit halten, aber vor allem meine Trainertätigkeit dort hilft mir jetzt auch beim HC Einheit Plauen sehr, da ich dadurch gelernt habe, dass eben auch das gemeinschaftliche Miteinander dazu gehört, weshalb ich hier versuche, mit allen möglichst viel zu reden, um zusammen erfolgreich zu sein. Denn jeder Akteur bracht eine Rückmeldung über seine Leistung oder man überlegt gemeinsam, wie man auf bestimmte Situationen in einer Partie reagieren kann, um dann beispielsweise die freie Lücke in der Abwehr zu schließen oder im Angriff zu finden und einzunetzen. 

 

Bist du bereit für komplette 60 Minuten auf dem Parkett zu spielen?

Das muss ich nicht unbedingt haben (lacht). Ich denke, wenn ich in der Defensive die nötige Stabilität gebe sowie meine Leistung bringe und immer mal mit in der zweiten Welle beim Tempogegenstoß mich mit in den Angriffsbemühungen einbringe, dann ist das zur vollsten Zufriedenheit aller. Und sollte wirklich mal personell Not an Mann sein, dann werde ich natürlich in die Bresche springen. 

 

Wie ist es, wieder ein Bestandteil der Mannschaft zu sein?

Sehr schön, vor allem hinsichtlich der drei Heimsiege in Folge und dem sportlich deutlich erkennbaren Aufwärtstrend, das ist einfach super. 

 

Welche Gedanken hattest du, als du dein erstes Heimspiel seit über zwei Jahren wieder in der Einheit-Arena bestritten hast?

Am Anfang hatte ich schon ein mulmiges Gefühl, denn ich wusste nicht so richtig, was auf mich zukommen wird, aber mit jeder weiteren Spielminute habe ich mich immer mehr gefreut, denn es war ja auch der Franz Zobirei mit dabei und dann hat es einfach riesen Spaß gemacht, mit den alten Mannschaftskameraden wieder zusammen zu spielen sowie mit den zwei eingefahrenen Punkten am Ende war`s natürlich genial. 

 

Es war ein rundum gelungener Einstand vor heimischem Publikum mit dem ersten Saisonsieg und den ersten zwei Punkten, alles richtig gemacht?

Ja und auch die beiden Auswärtsspiele sowohl gegen den HC Aschersleben, als auch das letztwöchige gegen den ZHC Grubenlampe hätten wir gewinnen können, wenn sie nicht so unglücklich für uns verlaufen wären. Was mir auch sehr gut gefällt ist, dass Jan Richter sowie Martin Danowski sehr viel mit mir kommunizieren und mich mit bei Entscheidungen einbinden oder fragen, welche Ideen ich habe, die dann auch mit umgesetzt werden. Ich kann also meine Erfahrung ganz gut mit einbringen. 

 

Dann wechselte auf einmal der Trainer; wie ist es, dass ein ehemaliger Mitspieler nun das Zepter in der Hand hat?

Damit habe ich überhaupt kein Problem und das finde ich auch gut, denn Jan Richter stellt höhere Anforderungen, setzt sich häufiger durch sowie waren die Karten danach neu gemischt, das heißt, dass sich jeder Spieler erneut beweisen muss, um etwas zu erreichen. Ich werde jetzt sicherlich nicht mehr ganz so stark gestrietzt wie ein 18jähriger und da wird er schon mal mit einem Augenzwinkern darüber hinwegsehen, aber dennoch nehme ich die Herausforderung an, an einem ordentlichen Training auch ordentlich teilzunehmen, genau so wie er das will.

 

Seitdem du wieder mit an Bord bist, ist die Mannschaft wieder erfolgreich, was macht ihr nun besser mit dir als zuvor?

Das ist ganz schwer für mich einzuschätzen, aber was mir auffiel, ist, dass wir das Abwehrsystem schneller ändern, uns zügiger auf die gegnerische Mannschaft einstellen und im Angriff deutlich variabler sind. Auch durch mich ist man ja personell wieder um eine Alternative reicher, was vor allem dann gut ist, wenn wir in der Defensive den Ball gewonnen haben und dann gleich den Abschluss suchen, da wir jetzt dadurch in der Offensive noch flexibler sind. 

 

Du zählst als Abwehrspezialist, macht dir das Verteidigen so viel Spaß oder wie kam's zu dieser Fähigkeit?

Sicherlich in erster Linie durch meine Größe und man lernt sich ja so langsam in der Liga kennen, weiß also, wie der Gegenspieler agiert. Außerdem muss auch erst einmal jemand über meinen Block werfen können und da sich diese Tatsache herumgesprochen hat, baut mich das nur noch mehr auf, weitere Bälle zu blocken. 

 

Manche erfreuen sich an einem geworfenen Tor, du an einem Block und damit verhinderten Treffer?

Ja, wobei ich mich natürlich auch sehr über meine ein, zwei Tore pro Spiel freue (lacht).

 

Liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Defensive?

Ja, das auf jeden Fall.

 

Unter den letzten Trainern wurdest du nur noch in der Abwehr eingesetzt, wieso?

Da der Angriff stark genug war und man so die Möglichkeit den Spielern geben konnte, mal kurz Luft zu holen, um die nötigen Körner in der Defensive oder Offensive zu haben. Gerade Sven Liesegang hatte sehr viel Freude daran, dass ich eine gute Blockarbeit leiste und dann im Angriff ein anderer Akteur spielen konnte, der ausgeruht ist. 

 

Wie kam's dazu, dass du jetzt auch im Angriff immer mal wieder dein Können zeigen darfst?

Die Treffer erziele ich ja eigentlich nur aus der Abwehr heraus, das heißt, wir haben einen Ball geblockt oder der Torhüter pariert und dann bringe ich mich in der zweiten Welle mit dem Tempogegenstoß mit ein. Sonst halte ich mich ja noch größtenteils aus den Angriffsbemühungen heraus, es sei denn, ein anderer Spieler sollte doch mal eine kurze Pause benötigen, dann agiere ich auch mit im Angriff und ich denke, dass es Jan Richter sowie Martin Danowski auch ganz lieb wäre, wenn ich noch ein bisschen offensiver werde. 

 

Bist du zufrieden mit deiner neuen Rolle?

Ja, ich fühle mich zur Zeit pudelwohl hier und die Mannschaft macht mir richtig Spaß. Das einzig traurige ist, dass zu wenige Fans bei den Heimspielen da sind.

 

Wie war's eigentlich nach so vielen Jahren und gespielte Saisons auf einmal nicht mehr dabei zu sein?

Ich habe die Zeit genossen, es war auch mal schön die Füße hochzulegen sowie das ganze Geschehen aus der Ferne zu betrachten und außerdem hatte ich ja auch noch meine Aufgaben bei der TSG Concordia Reudnitz, auch wenn es da ruhiger zuging, da wir weniger Spiele in der Saison zu bestreiten hatten. 

 

Wie nimmt man das dann alles wahr, sieht man die Ergebnisse aus einer anderen Sichtweise oder verfolgt man das nicht mehr so sehr?

Ich habe schon gespannt gehorcht, wie so aller läuft und das es kritisch zuging habe ich auch mitbekommen, aber ich wusste nicht, dass ich auch mit ein Schlüssel sein kann, um dies zu ändern, da ich das Spielen auf diesem höheren Niveau erst einmal abgehakt hatte sowie dachte ich auch, dass durch den Trainerwechsel vielleicht erst einmal eine gewisse Zeit benötigt wird, bis sich der Erfolg einstellt. 

 

„Wenn der Verein ruft, dann bin ich da", so hast du dich kurz nach deinem erneuten Engagement zitieren lassen; bist du so tief mit dem HC Einheit Plauen verwurzelt und hast dann das Gefühl gehabt, einfach die rot-weißen unterstützen zu müssen?

Man freut sich ja selber, wenn der Verein zu einem sagt, dass man herzlich Willkommen ist, gebraucht wird und wieder ein Teil der Mannschaft sein darf sowie so gut aufgenommen wird. Selbst ist man ja immer etwas skeptisch, wie ist der Fitnesszustand und nach den Trainingseinheiten schmerzt alles, aber das tut dann einem schon gut, wenn man so einen tollen Zuspruch hat. 

 

Ist die mannschaftliche Geschlossenheit wieder zurück?

Das denke ich auf jeden Fall, vor allem wenn man das so miterlebt, dass man enger zusammen gerückt ist, mehr miteinander spricht sowie das umsetzt, was man sich vornimmt und da ist dann auch der Trainer weitestgehend zufrieden.

 

Saisonziel Klassenerhalt?

Ja, auf jeden Fall!

 

Wie lange wirst du noch im rot-weißen Trikot auf Torjagd gehen?

Voraussichtlich bis zum Ende der Saison, aber das ist auch etwas davon abhängig, wie viele verletzte Spieler wir haben, denn wenn die Möglichkeit besteht, das ich mich ein bisschen zurückziehen kann, dann werde ich das wahrscheinlich machen, aber ansonsten unterstütze ich die Mannschaft soweit es mir möglich ist und das wird sich sicherlich aber über Weihnachten alles klären. 

 

Könntest du dir denn auch vorstellen, beispielsweise wie Franz Zobirei danach in der Zweiten zu spielen oder eine Mannschaft als Trainer zu übernehmen?

Das war ja immer meine Absicht, wenn jemand meine Hilfe braucht, dass ich dann die Mannschaft unterstützen werde und das es jetzt die Erste geworden ist, liegt daran, da sie aufgrund ihrer Spielklasse Vorrang hat. Nach meiner aktiven sportlichen Zeit könnte ich mir auch vorstellen, als Trainer zu agieren und aktuell assistiere ich ja auch bei Marcel Wunderlich in der E-Jugend, da er mich gebeten hatte sowie dort mein kleiner Sohn spielt. Ich möchte auf jeden Fall dem Handball weiterhin treu bleiben.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Im Interview: Peter Werning

 
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