Vogtländische Handballer überzeugen beim Junior-Cup
Bei dem vom HC Einheit Plauen ausgetragenen größten Nachwuchshandballturnier der Region holten sich am Wochenende insgesamt 28 Mannschaften in fünf Altersklassen in einem wieder hochklassig besetztem Teilnehmerfeld den Feinschliff für die neue Saison. Wie die vogtländischen Mannschaften abgeschnitten und welche begeistert haben.
Wenn der Meister der Regionalliga Mitteldeutschland den 14. Junior-Cup des HC Einheit Plauen am Sonntag in der Kurt-Helbig-Sporthalle in der A-Jugend gewinnt, sich der BSV 93 Magdeburg aber auch einmal geschlagen geben musste, dann zeigt dies das erneut hochklassig gespickte Teilnehmerfeld. „Ich habe schon lange keinen so guten A-Jugend-Handball mehr gesehen, das Turnier war hervorragend sowie super besetzt und für mich eines der besten A-Jugend-Turniere auf dieser Leistungsebene“, freut sich Iven Wunderlich, der Trainer der Nachwuchsspielgemeinschaft vom SV 04 Oberlosa und HC Einheit Plauen: „Es war von allen Mannschaften ein sehr hohes spielerisches Niveau, es war ein extrem hohes Tempo und richtig interessant anzusehen.“ Die sehr gute Mischung zeigte sich auch in den Ergebnissen, denn alle Aufgebote konnten Partien gewinnen, haben aber auch verloren. „Es war fair, es war hart - es war alles, was Handball bedeutet“, schwärmt Wunderlich: „Auch eine Überraschung war, dass wir den zweiten Platz erreicht haben, was wir im Vorfeld nie gedacht hatten.“ Neben den Siegen gegen den HSV Dresden (14:13) und HVH Kamenz (20:14) konnten die Spitzenstädter gleich zum Auftakt der SG LVB Leipzig ein 13:13-Unentschieden abtrotzen, bevor sie dann gegen die noch frischen Magdeburger beim 8:26 keine Chance hatten - wie schon in der abgelaufenen B-Jugend-Saison traf in den Punktspielen der Meister in der Regionalliga Mitteldeutschland auf die Vogtländer. „Es war richtig schön, dass Magdeburg da war, auch wenn sie uns überrannt haben und zu diesem Zeitpunkt deutlich besser waren“, kennt der Übungsleiter neidlos an: „Wir haben bis jetzt viel richtig gemacht und werden so weiterarbeiten, denn es war das Optimum, was die Jungs zu diesem Zeitpunkt gespielt haben.“ Vor allem auf das Tempospiel sowie eine aggressive Abwehr werde in der so genanten großen A- und B-Jugend-Gruppe viel Wert gelegt. „Es war zu diesem Zeitpunkt schon sehr harmonisch und wir konnten mit den Älteren gut mithalten, was ich so nicht erwartet hatte“, lobt der Plauener: „Wir wollten, dass sich die Mannschaft findet, einspielt und neue Erfahrungen sammelt - und die beiden Auswahlen näher zusammen zu bringen.“ Denn aufgrund zu wenig älterer Handballer haben die Verantwortlichen aus der Not eine Tugend gemacht und lassen die beiden Altersklassen vier Mal in der Woche gemeinsam trainieren, bevor sie dann in getrennten Vertretungen auf Torejagd gehen. „Für uns war jeder Punkt ein absoluter Gewinn“, resümiert der Nachwuchsleiter des SV 04 Oberlosa: „Die Jungs haben sich super zusammen gefunden, die B-Jugendlichen haben die A-Jugendlichen mit unterstützt und den Älteren den Rücken freigehalten.“ Das Turnier habe vor allem auch gezeigt, dass „es ist ihr Niveau ist und sie dort richtig sind“, schätzt Iven Wunderlich ein: „Es ist eine sehr schöne Situation, die Jungs ergänzen sich auch sehr gut und die Jungen lernen von den Alten - und zum Teil die Alten von den Jungen.“
Da bei den B-Jugendlichen der Burgstädter HC kurzfristig noch abgesagt hatte, bestritten die vier Riegen am Samstag jeweils ein Hin- und Rückspiel - und auch die Vogtländer mussten auf zwei verletzte Leistungsträger verzichten. „Das war schon eine Hypothek, die die Mannschaft zu tragen hatte, aber die Ausfälle haben die Jungs super kompensiert“, ist der Trainer stolz: „Es war auch hier ein sehr lehrreiches Turnier mit einem richtig guten Niveau und wir haben ebenfalls einen sehr starken zweiten Platz gemacht.“ Stark war, dass nach den Niederlagen gegen den späteren Turniersieger HSV Dresden (9:12) und die SG LVB Leipzig (9:10) die beiden Rückspiele jeweils knapp mit 10:9 gewonnen werden konnten - und dass nach dem klaren 15:4-Erfolg gegen den BSV 1928 Klostermansfeld jedoch das Rückspiel mit 7:8 verloren ging, lag laut Wunderlich daran, dass „ich Spieler eingesetzt habe, die sonst nicht so viele Minuten bekommen haben.“
Noch deutlich wechselhaftere Leistungen zeigten die C-Jugendlichen. „Die Jungs zeigten stellenweise, was in ihnen steckt und wie gut sie spielen können, aber dann versteckten sie wieder ihr ganzes Können“, resümiert Trainer Uwe Dölz: „Es ist eine sehr gute Truppe, die allerdings noch zu oft nicht das umsetzt, was wir fordern.“ So besiegten die C-Jugendlichen zum Auftakt die Handball Wölfe Erfurt deutlich mit 17:4, bevor sie sich in der zweiten Partie gegen den Eschweger TSV klar mit 1:10 geschlagen geben mussten. „Die gegnerischen Spieler waren einen Kopf größer, dann lagen wir schnell in Rückstand und dann ließen die Jungs den Kopf hängen - und haben sich ergeben, was unser Krebsschaden war“, so Dölz: „Als die Jungs dann wieder ihren Handball gespielt haben und bereit waren, sich gegen den scheinbar übermächtigen Gegner zu stemmen, dann konnten wir auch gut mithalten.“ Die erstmals am Junior-Cup teilnehmenden Hessen hatten aber nicht nur den weiteste Anreise, sondern waren auch die beste Auswahl und kürten sich zum verlustpunktfreien Turniersieger vor der SG LVB Leipzig. „Wir müssen schnell spielen und flink sein, dann können wir auch die Großen schlagen“, zieht der Übungsleiter seine Lehren: „Wir agieren dann aber oft noch zu überhastet, müssen also ruhiger werden und dürfen uns nicht so vom Gegner beeindrucken lassen.“ Dazu kommt, dass die Vogtländer einen recht dünnen Kader und vergleichsweise kleine Spieler haben, was die Gegner mit mehr Wechseloptionen weitere Vorteile brachte. „Die Jungs kämpfen bis zum Umfallen, wir haben ein gutes Mannschaftsgefüge und einen starken Zusammenhalt“, lobt Uwe Dölz: „Spielerisch haben wir noch einen weiten Weg vor uns, obwohl wir immer wieder große Lichtblicke haben.“ Dass die Konstanz noch fehlt, liegt auch an der bisher nicht so gut verlaufenden Vorbereitung, die vor allem körperliche Defizite offenbarte. „Wir müssen in der Abwehr mehr zupacken, an der Ausdauer und an der Umsetzung der Vorgaben sowie des im Training erlernten arbeiten“, fordert der Trainer: „Wir werfen noch zu viel, müssen also im Abschluss konsequenter werden und schneller nach vorn spielen, also das Prellen weglassen, denn wenn die Jungs einmal im Flow sind, spielen sie richtig gut.“ Nachdem die Vogtländer gegen die SG LVB Leipzig (7:13), den HSV Dresden (6:9) und die NSG EHV Aue/NH Aue/Buteo (9:15) verloren hatten, beendeten sie das Turnier mit einem 10:10-Unentschieden gegen die JSG Altenburger Land sowie dem fünften Platz unter den sieben Vertretungen. „Die Jungs nehmen manchmal ihre Gegner zu leicht, weil sie im Kopf noch nicht so weit sind“, meint Dölz, der dennoch zuversichtlich in die kommende Saison geht: „Die Jungs haben Talent und Spielwitz, gegen Leipzig sowie Dresden gut mitgehalten und wir werden im Training an den Defiziten arbeiten, um sie ins Positive umzuwandeln.“
In der D-Jugend traten gleich drei Riegen der Nachwuchsspielgemeinschaft des SV 04 Oberlosa und HC Einheit Plauen an: Zwar musste sich die ansonsten siegreiche erste Vertretung nur der NSG EHV/NH Aue/Buteo mit 8:14 geschlagen geben, da aber auch die zweitplatzierten Erzgebirger und der Turniersieger HC Elbflorenz jeweils eine Partie verloren, belegten die Vogtländer aufgrund des direkten Vergleichs sowie der schlechteren Tordifferenz am Ende nur den dritten Rang unter den ebenfalls sieben Aufgeboten. „Wir sind trotzdem sehr zufrieden, denn in der Mannschaft könnten Dreiviertel der Kinder noch in der E-Jugend spielen und wir nur einen einzigen Spieler des älteren D-Jugend-Jahrgangs haben“, sagt Denny Schaufel, der Trainer der D III: „Wir müssen das Spiel ohne Ball und das Eins-gegen-Eins mehr trainieren sowie größeren Wert auf die handballarischen Grundlagen legen.“ Auch wenn sich die Regionsoberliga-Auswahl nur gegen die punktlose zweite Vertretung mit 8:6 durchsetzen konnte und am Ende mit 2:10 Zählern den sechsten Rang belegte, hätten die D III im letzten Spiel fast noch den HSV Dresden geschlagen (6:8). „Da hatten wir bisschen Pech gehabt, aber die Jungs müssen nun ein neues Spielsystem spielen - also eine 1:5-Deckung in der ersten Halbzeit und nicht mehr eine offensive Manndeckung - und da müssen die Kinder erst noch ihre Positionen finden“, erklärt Schaufel: „Uns war wichtig, dass die Jungs auf diesem hohen Niveau gefordert sind, viel mitgenommen und gelernt haben sowie schon gut zusammen spielen.“
Auch die E-Jugendlichen haben trotz nur zwei Negativpunkten aufgrund der schlechteren Tordifferenz nur den dritten Platz belegt. „Wir befinden uns auf Augenhöhe mit Elbflorenz und haben nur verloren, weil uns am Ende die Kräfte gefehlt haben, da wir nicht so viele Wechselspieler sowie uns einige wichtige Spieler gefehlt hatten“, bezeichnet Trainer Marcel Gemeinheit die Leistungen als sehr gut beim Junior-Cup: „Es ging nicht darum, irgendeine Platzierung zu erreichen, aber natürlich freuen wir uns darüber, dass wir so gut abgeschnitten haben.“ Dabei traten die Vogtländer mit einer gemischten Mannschaft mit Spielern aus den beiden E-Jugend-Aufgeboten sowie drei Mädchen und auch einem F-Jugendlichen an, „der es hervorragend gemacht hat und wir ihn in die E1 einbauen werden, um ihn heranzuführen“, freut sich Gemeinheit auch über die Sieg gegen den HC Burgenland (20:15) und SV Friesen Frankleben (12:2): „Wir wollten Spielpraxis unter Wettkampfbedingungen sammeln, diese für die Saisonvorbereitung nutzen und es gab einige positive Überraschungen, denn viele Jungs konnten sich zeigen sowie beweisen.“ So waren die Schwerpunkte das Umschaltspiel, die Passsicherheit und Tempo ins Spiel bringen, „was sehr gut umgesetzt wurde“, lobt der Übungsleiter. Weil in der E-Jugend die höchste Spielklasse die Regionsoberliga ist, hatten die Duelle gegen den zweitplatzierten TuS Dieskau - die Vogtländer besiegten die Nachwuchsmannschaft aus Halle mit 15:13 - und den Turniersieger HC Elbflorenz (15:20) besondere Relevanz: „Man sieht mal andere Gegner, wir konnten als Mannschaft mithalten das Spiel hat uns sehr gut gefallen“, zog Marcel Gemeinheit ein zufriedenes Fazit. (flow)