Einheit wird von Lok überrollt
Die fünfte Niederlage in Folge kassierten die Handballer des HC Einheit Plauen am Samstag bei der 21:32-Pleite bei der SG Pirna/Heidenau und rangieren mit 3:11 Punkten nur dank des besseren Torverhältnisses auf dem 14. und damit ersten Abstiegsplatz der Regionalliga Mitteldeutschland. Wieso das Trainerteam nun die Mannschaft in die Pflicht nahm.
„Es ist eigentlich das Gleiche wie schon in den letzten Wochen, wir bringen unsere Leistung nicht, wir schlagen uns selber und so gewinnen wir kein Spiel“, ärgert sich Einheit-Trainer Mario Schuldes: „Das war wieder ganz schwach von der ganzen Mannschaft, da nehme ich keinen raus und Pirna hat ein gutes Spiel gemacht - und dann verlieren wir auch in der Höhe absolut zurecht.“ Schon nach knapp zehn Minuten stand es 7:1 für die Eisenbahner. „Wir kommen ganz schwer rein in das Spiel, gerade im Angriff haben wir große Probleme, finden gar keine Lösungen und haben gar keine Ideen“, so Schuldes: „Auch in der Abwehr machen wir nicht unbedingt das, was wir wollten, bekommen aber auch ein paar schnelle Tore und dann entwickelt sich das Spiel natürlich in eine Richtung, die nicht einfach ist für die Jungs - und dann gehen die Köpfe runter.“ Zwar stabilisierten sich die Füchse nach einer frühen Auszeit kurzzeitig und konnten den Rückstand in den nächsten vier Minuten auf 3:7 verkürzen, doch danach übernahmen wieder die Rand-Dresdener die Spielkontrolle. „Wir werfen dann wieder die Bälle weg, machen haarsträubende Fehler und haben allein in der ersten Halbzeit fünf Mal den Pirnaern den Ball geschenkt, ohne dass sie irgendetwas dafür machen mussten“, hat sich der Übungsleiter insgesamt allein zehn technische Fehler und sieben Fehlwürfe im ersten Durchgang notiert: „Pirna spielte nur schnell, wenn wir Fehler machten und dann überrennen sie uns mit Kontern sowie in der zweiten Welle oder greifen unseren Abwehr-Angriff-Wechsel an, den wir für eine stabile Deckung brauchen - und wenn wir dann den Ball nicht mal aufs Tor bekommen, dann ist auch der Rückzug schlecht.“ So konnten die Elbstädter bereits nach knapp 29 Minuten beim 15:5 einen Zehn-Tore-Vorsprung erzielen. „Wir haben überhaupt keine Durchschlagskraft in der Offensive und wenn wir mal freie Würfe hatten, dann lassen wir sie auch teilweise wieder ein bisschen emotionslos liegen“, kritisiert Mario Schuldes: „Wir machen zu wenig das, was wir uns vornehmen, haben immer wieder Disziplinprobleme und vieles, was wir die Woche trainiert haben, haben wir nicht umgesetzt - und dann wussten wir, dass das Pirna löst, weil sie gut sind.“ Auch deshalb ging es mit einem spielvorentscheidenden 7:15 in die Kabine. „Es tut sehr, sehr weh, was wir zur Zeit zeigen, aber wenn man so ins Spiel startet, dann ist es sehr, sehr schwer und dann war eigentlich schon zur Halbzeit die Partie entschieden“, weiß der Einheit-Trainer: „Die erste Halbzeit war wirklich zum Vergessen, wir haben vieles probiert, aber es war eigentlich egal, weil alle ihre Leistungen nicht gebracht haben.“
Auch nach dem Seitenwechsel wurde es nicht wirklich besser - im Gegenteil, denn die Hausherren konnten die Führung bis zum 21:9 nach gut 37 Minuten auf zwölf Tore sogar noch ausbauen. „Wir wollten eine Reaktion zeigen, sind aber wieder nicht gut reingekommen und die Verteidigung war dann auch nicht mehr so gut, aber das Hauptproblem war weiterhin unsere schwache Offensive“, berichtet Schuldes: „Erst Mitte der zweiten Halbzeit konnten wir die Abwehr stabilisieren und auch ein paar Bälle gewinnen.“ Lohn war, dass die Rot-Weißen den Rückstand beim 16:24 nach 47 Minuten wieder verkürzten - auch weil dann der Lok die Kräfte ausgingen, da sie aufgrund ihrer angespannten personellen Situation kaum gewechselt hatten. „Die Abwehr stand, der Torhüter hat paar Bälle pariert und wir konnten schnelle Tore erzielen - und im Angriff haben wir mit Konzept agiert“, lobt der Übungsleiter die einzige gute Phase der Partie: „Wir hatten die Möglichkeit, es nochmal enger zu machen und dann machen wir wieder haarsträubende Fehler.“ Deshalb konnten die Pirnaer nach einer starken Schlussphase einen deutlichen 32:21-Sieg feiern. „Das Schlimme ist, dass wir wieder in den letzten zehn Minuten nicht gut agieren und so ein ordentliches Ergebnis verspielen, weil wir in die alten Muster zurückfallen, was sehr ärgerlich ist“, resümiert Mario Schuldes: „Wir haben nach dem Spiel lange in der Kabine zusammen gesessen, haben einiges besprochen und wir erwarten im nächsten Heimspiel ein völlig anderes Gesicht der Mannschaft.“ (flow)
HC Einheit Plauen: Brychlec, Neef - Corda (4), Ludwig (1), Wokan (4/3), Janàsek, Linhart (4), Vogel, Bednarik, Machacek (3), Kacin (1), Bandy (1), Horky, Petrovsky (2), Stegner (1); Trainer Mario Schuldes, Co-Trainer Josef Pour und Dominik Balin, Mannschaftsverantwortlicher Bernd Grimm
SG Pirna/Heidenau: Ihl, Willkommen - Zinke, Radny (8), Talevski (4), Punte (4), Kurz, Tempel (2), Brucker, Bergmann (1), Wilga (11/3), Jacob (1), Milenkovic (1), Szilagyi; Trainer Dusan Milicevic, Co-Trainer Srdan Gavrilovic, Krzysztof Kusal und Ivan Kucharik, Physio Vicky Beck
Verwarnungen: 1 für HC Einheit Plauen, keine für SG Pirna/Heidenau
Zeitstrafen: 3 für HC Einheit Plauen, 3 für SG Pirna/Heidenau
Siebenmeter: 3 für HC Einheit Plauen, 5 für SG Pirna/Heidenau
Disqualifikation: 1 für SG Pirna/Heidenau (ohne Bericht)
Bild zur Meldung: Einheit wird von Lok überrollt