Einheit verliert denkbar knapp

20.09.2026

Eine schwache erste Halbzeit kostet den Handballern des HC Einheit Plauen bei der 29:30-Niederlage beim HV Rot-Weiß Staßfurt am Samstag den möglichen Erfolg. Wieso die Füchse eine Zwei-Tore-Führung nicht über die Zeit retten konnten und auf den zehnten Platz in der Regionalliga Mitteldeutschland abrutschen.

Es sei keine schöne Busfahrt zurück ins Vogtland gewesen. „Es war schon sehr bitter, dass wir nichts mitnehmen konnten, denn zumindest einen Punkt hätten wir verdient gehabt - es hätten sogar zwei Zähler sein können, aber am Ende stehen wir leider komplett ohne da“, ärgert sich Einheit-Trainer Mario Schuldes: „Wir hatten es klar in der eigenen Hand gehabt, das Duell für uns zu entscheiden und deshalb sind wir wieder selber schuld, dass wir ohne Punkte nach Hause fahren mussten.“ Denn als der starke Jan Kacin nach 50 Minuten das 27:25 für die Spitzenstädter erzielte, da war die Hoffnung auf den ersten Auswärtssieg in der noch jungen Saison bei den mitgereisten rot-weißen Fans in der Salzland-Sporthalle wieder zurück. „Da hätten wir auf drei oder vier Tore weggehen können, aber dann machen wir die Freien nicht rein - sonst hätten wir auch das Spiel gewonnen“, bedauert Schuldes: „Staßfurt ist eine Mannschaft, die nicht aufgibt und bis zum Schluss kämpft - und dann hatten die Salzländer auch bisschen mehr Glück als wir.“ Denn in der Schlussphase erzielten die Füchse nur noch zwei Tore gemacht - auch, weil mit Michal Bednarik und Adam Janàsek zwei Spieler fehlten. „Das hat natürlich schon einen Unterschied gemacht, dass dann einige Jungs sehr viel spielen mussten“, berichtet der Übungsleiter: „Die sehr offensive 3:2:1-Abwehr in der zweiten Halbzeit kostete ungemein Kraft und die Spieler, die lange auf dem Parkett standen, haben dann auch am Ende nicht mehr so gut geworfen.“ Exemplarisch dafür steht der letzte Angriff, als Florian Wokan nach einem Kempa-Zuspiel von Außen den Ball an den Pfosten setzte und die Sachsen-Anhalter elf Sekunden vor Abpfiff mit einem Hüftwurf von Tim Steffen den Siegtreffer erzielten. „Wir hatten trotz der schwachen ersten Halbzeit die Partie gedreht und das Spielgeschehen an uns gerissen, aber wir haben es wieder nicht über die Zeit gebracht, was sehr ärgerlich ist“, so Mario Schuldes, der insgesamt sechs technische Fehler und 15 Fehlwürfe notierte: „Die Jungs zeigten im zweiten Durchgang dann Charakter und sind zurückgekommen, aber wir müssen in jedes Aufeinandertreffen mit der richtigen Einstellung reingehen.“ Denn am Samstag lagen die Plauener bereits nach gut sieben Minuten mit 3:5 in Rückstand und dieser sollte bis zum 8:10 nach gut einer Viertelstunde gleich bleiben. „Wir standen in der Abwehr zu schlecht und hatten keinen Zugriff, weshalb eine gewisse Unsicherheit in unser Spiel kam“, sagt der Einheit-Trainer: „Wir haben es nicht gut gelöst bekommen.“ Vor allem vor der Pause nicht den Rückraum der Hausherren mit dem Halbrechten Nils Hähnel (sechs Tore), Mittelmann Lino Geckert (sechs Tore) und Halblinken Tim Steffen (vier Tore). „Die 6:0-Deckungsformation hat leider nicht funktioniert, dadurch konnte Staßfurt immer wieder viel zu einfach Treffer erzielen und das war unser Hauptproblem“, erklärt Schuldes: „Da die Verteidigung nicht stand, sind wir nicht ins Tempospiel gekommen und hatten keine Tore aus dem Umschaltspiel, was es uns schwer machte, weil wir immer gegen die 6:0-Abwehr angreifen mussten.“ Dass sich die Salzländer dann sogar auf vier Tore beim 12:8 nach knapp 18 Minuten absetzen konnten, lag an einigen Fehlern in der Offensive, die die Sachsen-Anhalter eiskalt mit Kontern bestraften. „Der Angriff war in Ordnung, denn wir spielen uns die Abschlüsse gut heraus, lassen dann aber zu viel liegen, weil wir leider nicht so geworfen haben, wie wir es wollten und sind leider auch in manchen Situationen bisschen unkonzentriert“, analysiert der Übungsleiter: „Wir wollten viel über die Außen spielen und erzielten so zehn Tore, was zeigt, dass das die Jungs gut umgesetzt haben.“ Dennoch ging es mit einem 14:18-Rückstand in die Pause - daran änderte auch eine Umstellung auf eine 5:1-Deckung in den letzten fünf Minuten nichts. 

„In der zweiten Halbzeit war die Defensive eine ganz andere, nach der erneuten Umstellung hatten wir viele Ballgewinne und konnten so ins Tempospiel gehen - und hatten so auch Staßfurt vor Probleme gestellt, was uns zuvor nicht so gelungen war“, lobt Mario Schuldes: „Mit sehr viel Leidenschaft und Bereitschaft haben sich die Jungs zurück in den Bereich eines Sieges gebracht.“ Lohn war eine starke Phase mit einem 4:0-Lauf vom 15:19 zum 19:19-Ausgleich nach gut 38 Minuten. „Da hatten dann die Salzländer große Probleme, aber haben es dann auch immer wieder gelöst bekommen, da man bei so einer offensiven Abwehr nicht alles verteidigen kann“, weiß der Einheit-Trainer: „Das hätten wir uns auch so schon im ersten Durchgang gewünscht.“ Zwar hatten nun die Spitzenstädter den Rückraum besser im Griff, aber durch die sehr offensive Deckungsformation entstanden  Räume, die die Sachsen-Anhalter gut über die Außen oder Kreisläufer Niklas Danowski nutzten. „Im Angriff haben die Jungs viel gut gemacht, haben die taktischen Vorgaben gut befolgt und sich viele gute Abschlüsse erarbeitet“, freut sich Schuldes, der bis zum 25:25 nach 47 Minuten durch den mit neun Toren besten Werfer Petr Jahn eine ausgeglichene Begegnung sah: „Pedro macht ein gutes Spiel, hat viel Verantwortung übernommen und schöne Torte aus dem Rückraum erzielt.“ Doch dann wurden die Beine immer schwerer und die Konzentration sank, was allein drei verworfene freie Abschlüsse in den letzten Minuten verdeutlichen - und für die am Ende so bittere 29:30-Niederlage sorgte. „Zwölf Gegentore in der zweiten Halbzeit zeigen die gute Abwehrarbeit“, sieht der Übungsleiter das Positive: „Dennoch waren die Jungs nach dem Spiel sehr niedergeschlagen.“ (flow)

 

HC Einheit Plauen: Brychlec, Neef - Corda, Ludwig, Wokan (3), Linhart (4/2), Vogel (2), Machacek (4), Kacin (6), Jahn (9/3), Bandy, Horky, Stegner (1); Trainer Mario Schuldes, Co-Trainer Josef Pour, Mannschaftsverantwortlicher Bernd Grimm

 

HV Rot-Weiß Staßfurt: Zirkler, Danowski (4), Schliwa, Steffen (6/1), Heinrichs (2), Geckert (9), Haeske, Hähnel (7), Vehse (2), Osterloh, Kleineidam, Danneberg; Trainer Svajunas Kairis, Co-Trainer Florian Lück und Justus Kluge, Mannschaftsverantwortlicher Steffen Siebert

 

Verwarnungen: 1 für HC Einheit Plauen, keine für HV Rot-Weiß Staßfurt

Zeitstrafen: 5 für HC Einheit Plauen, 5 für HV Rot-Weiß Staßfurt

Siebenmeter: 6 für HC Einheit Plauen, 2 für HV Rot-Weiß Staßfurt

Disqualifikation: 1 für HV Rot-Weiß Staßfurt (ohne Bericht)