Einheit mit am Ende glücklichem Punktgewinn
Obwohl sich die Handballer des HC Einheit Plauen erst zu viele technische Fehler und dann Fehlwürfe leisteten, erkämpften sie sich am Samstag beim 28:28-Unentschieden beim HC Burgenland einen Zähler auf fremden Parkett - und bleiben ungeschlagen auf dem fünften Tabellenplatz der Regionalliga Mitteldeutschland. Wer das Remis rettete.
Als Matej Brychlec sprichwörtlich in der letzten Sekunde den finalen Wurf der Sachsen-Anhalter parierte, da kürte sich der Schlussmann nicht nur endgültig zum Spieler der Partie, sondern sorgte auch mit seiner insgesamt 18. Glanztat für den so wichtigen Teilerfolg. „Nach dem Spielverlauf und den letzten Minuten müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein und da wir auch ein nicht so gutes Spiel gemacht haben, sind wir mit dem Zähler am Ende ganz glücklich“, resümiert Einheit-Trainer Mario Schuldes: „Wir haben leider nicht so das Spiel gemacht, was wir uns vorgenommen hatten, aber gerade in der zweiten Halbzeit hat Matej ganz stark und uns so im Spiel gehalten.“ Der 22-jährige Tscheche zeigte eine überragende, seine beste Leistung im rot-weißen Trikot, nahm den Gastgebern immer wieder freie Würfe ab und vereitelte allein nach der Pause 14 Abschlüsse - darunter drei Siebenmeter. „So konnten wir uns den Punkt erkämpfen“, freut sich Schuldes: „Die Torhüter haben wieder ihren Job gemacht, aber wir haben uns leider zu viele Fehler geleistet.“ Das zeigte sich gleich zu Beginn der Begegnung, in der die Spitzenstädter nach knapp neun Minuten mit 3:5 zurück lagen. „Das war nicht gut, wir haben zu einfach die Bälle weggegeben und Burgenland zu einfachen Kontertoren eingeladen - auch weil wir nicht clever genug waren und auf die körperlich starke Abwehr besser reagieren hätten müssen, da sie uns so das Leben schwer machten“, ärgert sich der Übungsleiter: „Burgenland hat eine sehr engagierte Leistung gezeigt, viele Zweikämpfe gesucht und gewonnen - auch weil wir in der Verteidigung nicht so den Zugriff hatten.“ Zwar können die Naumburger diese Zwei-Tore-Führung bis zum 10:8 nach gut 17 Minuten halten, doch nach personellen Umstellungen kamen dann die Vogtländer auch immer besser ins Aufeinandertreffen - trotz der Umstellung der Hausherren auf eine offensivere 5:1-Deckungsformation. „Unsere Defensive hat dann zwar besser funktioniert und wir haben nach der schwierigen Anfangshase gute Lösungen gefunden, aber wir konnten uns selbst nicht absetzen, weil wir nicht konsequent genug im Angriff agierten - dennoch waren wir nun in der Offensive disziplinierter“, sah Mario Schuldes trotz des 3:0-Laufs zum 11:10 binnen drei Zeigerumdrehungen noch Luft nach oben: „Burgenland stellte uns vor Probleme, brachte uns ins Zeitspiel, gewann Bälle und hat zwar schnell gespielt, aber wir sind kaum ins Tempospiel gekommen.“ Trotzdem gelang es nun den Füchsen, diesen Vorsprung zu halten und mit dieser hauchdünnen 16:15-Führung in die Kabine zu gehen.
„Wir hatten dann die Möglichkeit, uns einen Vier-Tore-Vorsprung zu erspielen, aber lassen diese liegen und bringen Burgenland mit zwei einfachen Gegentoren wieder ins Spiel zurück, anstatt es für uns zu entscheiden“, moniert der Einheit-Trainer insgesamt 13 Fehlwürfe - auch wegen eines starken HCB-Torhüters Arne Bader: „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit schwer getan, mussten uns die Tore hart erarbeiten und haben zu viele Konter sowie freie Abschlüsse weggeworfen, anstatt dass wir uns für unsere Aktionen belohnen.“ Denn nach dem 18:15 nach gut 33 Minuten legten die Domstädter einen 5:1-Lauf aufs Parkett und drehten das Duell nach knapp 42 Minuten zur erneuten 20:19-Führung. „Da haben wir Burgenland wieder zu Leben erweckt, die unseren Doppelwechsel angegriffen haben und durch die Mitte durchkamen, weil wir nicht gut zurückgelaufen sind“, kritisiert Schuldes: „Burgenland war im Angriff viel zielstrebiger, wir wussten zwar, was kommt und haben es aber trotzdem nicht gut verteidigt bekommen.“ Doch aus dieser Phase kämpften sich die Rot-Weißen wieder heraus und gingen selbst wieder nach einem 3:0-Lauf zum 22:20 nach 47 Minuten in Führung. „Die Jungs haben um jeden Ball gekämpft, sich super reingehauen und die Einstellung sowie der Einsatz waren top“, lobt der Übungsleiter: „Über unsere kompakte Abwehr haben wir Bälle erobert und in der Offensive mit Überzeugung sowie dem letzten Willen agiert.“ Dennoch entwickelte sich nun ein sehr ausgeglichenes Spiel, in dem die Plauener zwar den starken Rechtsaußen komplett aus dem Spiel nehmen konnten, dafür konnte aber sein groß gewachsener Halber Maximilian Hinz insgesamt sechs Mal einnetzen - und so nach gut 52 Minuten auch den 24:24-Ausgleich bejubeln. „Wir hatten ihn immer wieder nicht kontrolliert bekommen, was uns auch den Vorsprung kostete und das hat uns schon sehr wehgetan, denn die restliche Defensive stand stabil“, gesteht Mario Schuldes: „Wir haben dann unsere Deckung umgestellt, bisschen Körperlichkeit reingebracht und danach sahen wir auch besser aus.“ So entwickelte sich eine spannende Schlussphase, in der die Spitzenstädter in ihrem letzten Angriff dann Glück hatten, dass die Hausherren einen Ball nicht richtig rausfingen, sondern nur ins Aus beförderten, doch nach der Auszeit 16 Sekunden vor Schluss leisteten sich die Vogtländer einen letzten technischen Fehler - der insgesamt neunte in der Partie. „Da hat man gemerkt, dass uns da noch bisschen die Erfahrung fehlt“, so der Einheit-Trainer: „Daraus sollen die Jungs lernen und dann ist der Punkt noch viel mehr wert.“ Vor allem aber ist dieses „gerechte“ 28:28-Unentschieden und der von Matej Brychlec gerettete Teilerfolg ganz wichtig für den jungen Torhüter. „Ich freue mich riesig für ihn, dass er nach einer schwierigen Zeit so ein gutes Spiel gemacht und viel Selbstvertrauen getankt hat“, strahlt Schuldes: „Großes Danke an die 20 mitgereisten Fans, die tolle Stimmung machten, denn die Unterstützung war für uns sehr wichtig - und vielleicht konnten wir so auch noch den Zähler holen, weil sie uns nach vorn geschrien haben.“ (flow)
HC Einheit Plauen: Brychlec, Neef - Corda (1), Ludwig, Wokan (4), Janàsek, Linhart (2/2), Vogel (7), Bednarík (1), Machacek (2), Kacin (2), Jahn (6), Bandy, Horky, Stegner (3); Trainer Mario Schuldes, Co-Trainer Josef Pour, Mannschaftsverantwortlicher Bernd Grimm
HC Burgenland: Ramos, Bader - Kröber (4), Hernig, Hinz (6), Oelke (3), Leimbach (4), Krenz (1), Paul Zänker, Hürten, Neumann (1), Cetnik (4/2), Osmanhodzic (1/1), Moritz Zänker, Rabe (1), Börner (3); Trainer Fabian Kunze, Co-Trainer Tim Bielzer, Mannschaftsverantwortlicher Stephan Fichtner, Physio Melissa Erler
Verwarnungen: keine für HC Einheit Plauen, keine für HC Burgenland
Zeitstrafen: 3 für HC Einheit Plauen, 5 für HC Burgenland
Siebenmeter: 2 für HC Einheit Plauen, 6 für HC Burgenland
Bild zur Meldung: Einheit mit am Ende glücklichem Punktgewinn