Einheit verliert denkbar knapp gegen Regionalliga-Vizemeister
War das ein erster Fingerzeig auf die kommende Saison in der Regionalliga Mitteldeutschland und die neue Spielstärke der Handballer des HC Einheit Plauen? Nach einer 17:13-Halbzeitführung im dritten Testspiel während der Saisonvorbereitung mussten sich die Füchse erst am Ende mit 27:28 gegen Haspo Bayreuth geschlagen geben. Was bei den Rot-Weißen am Mittwochabend auf heimischem Parkett vor allem gegen den Vizemeister der Regionalliga Bayern überzeugte.
“Die erste Halbzeit war überragend, das war eine sehr starke Leistung der Jungs”, schwärmt Co-Trainer Josef “Pepe” Pour, der einige personelle und taktische Änderungen vornahm - so startete Neuzugang Hagen Ludwig in der Deckung im Zentrum und bildete mit Abwehrchef Lukas Horky den Innenblock der 6:0-Formation: “Das hat super funktioniert.” Ebenfalls spielte im rechten Rückraum Richard Vogel. “Die beiden waren für mich die besten Spieler, Hagen in der Verteidigung und Richard im Angriff“, zeigt sich Pour sehr zufrieden mit den Verstärkungen: “Auch Torhüter Dominik Balín zeichnete sich mit neun Paraden aus.” Aber: “Wir haben zu viele technische Fehler gemacht, allein acht im ersten Durchgang”, bemängelt der Co-Trainer - auch, weil Bayreuth in der offensiven 3:3-Defensivformation viel Druck auf die Spitzenstädter machte, die schnell spielten: “Dennoch haben die Jungs in der Offensive gute Entscheidungen getroffen.” So agierte der dynamische Rückraum mit dem Halblinken Petr Jahn, Mittelmann Joel Stegner und Halbrechten Richard Vogel mit vielen Kreuzen - und viel Bewegung mit sowie ohne Ball. Dazu kam ein doppelter Angriff-Abwehr-Wechsel, da Lukas Horky und Hagen Ludwig nur in der Verteidigung spielten. “Und trotzdem haben wir ein hohes Tempo gespielt und fünf Tore über die zweite Welle erzielt”, freut sich Josef Pour - auch, weil die beiden Zentrumsdecker in diesen Umschaltsituationen mit in der Offensive agierten: “Die Idee hat super geklappt.”
Nach dem Seitenwechsel und einer 17:13-Führung starteten die Vogtländer mit einer anderen Aufstellung in die zweite Halbzeit - vielleicht auch deshalb stand nun die Defensive nicht mehr so kompakt und auch Schlussmann Dominik Balín konnte nicht an seine starke Leistung aus dem ersten Durchgang anknüpfen. “Die offensive Abwehr der Oberfranken tat weh und machte uns Probleme - auch, weil in der Regionalliga Mitteldeutschland diese Abwehrformation kaum gespielt wird”, ergänzt der Co-Trainer, der erneut im Angriff acht technische Fehler notierte, die zu Kontern der blitzschnellen Bayreuther führten: “Wir müssen die einfachen, individuellen Fehler weiter minimieren.” Dazu gehört auch das effektivere Nutzen der klar herausgespielten Abschlüsse. “Wir müssen mehr Tore werfen, vor allem in der zweiten Halbzeit - vielleicht hat auch die Kraft dann bisschen gefehlt”, versucht Pour zu erklären, wieso die Füchse nun öfter am gut aufgelegten Haspo-Torhüter scheiterten und resümiert: “Das Spiel war auf einem sehr hohen Niveau und wir haben unsere Qualität gezeigt.” Wie gut die Bayern sind, zeigten sie dann in der Schlussphase, in der sie die Partie noch drehten und wie schon zuvor den amtierenden tschechischen Meister Talent Pilsen sowie den Drittligisten SV 04 Oberlosa auch die Rot-Weißen mit 28:27 besiegten. (flow)