Einheits letztes Heimspiel wird zur erwartet emotionalen Angelegenheit
Der sportliche Aspekt der Regionalliga-Partie gegen die HSG Freiberg spielte am Samstag nur eine untergeordnete Rolle. Wer danach von seinen Gefühlen überwältigt wurde.
Die statistischen Daten zuerst: Handball-Regionalligist HC Einheit Plauen musste im letzten Heimspiel der aktuellen Saison noch einmal eine Niederlage einstecken. Am Samstag verloren die Vogtländer in der heimischen Einheit-Arena gegen die HSG Freiberg 30:32 (15:17) und bleiben damit vor der letzten Partie am kommenden Samstag beim HC Burgenland auf Tabellenplatz 10. Die sportlichen Aspekte des Sachsenderbys rückten nach Abpfiff aber schnell in den Hintergrund, als Vorstandsmitglied Sabrina Lukas zum emotionalen Teil des Abends und der Verabschiedung von gleich fünf Spielern sowie von Physiotherapeutin Antonia Weller kam. Während Kreisläufer Vaclav Kotesovec nach nur einem Jahr beim HC Einheit – der 38-Jährige kam vor der Saison nach der langwierigen Verletzung von Lukas Horky als Ersatz – wieder verlässt, blickt Jakub Sira auf fünf Jahre in Plauen zurück. „Am Kreis und in der Abwehr war auf ihn immer Verlass,“ lobte Sabrina Lukas den Abwehrspezialisten. Doppelt so lange wie Sira war Torhüter Jan Misar fester Bestandteil der Mannschaft. Nach einem Kreuzbandriss vor vier Jahren kämpfte er sich mit harter Arbeit und eisernen Willen zurück ins Team. Unter Trainer Rüdiger Bones gelang dem heute 35-Jährigen im ersten Einheit-Spieljahr der Aufstieg in die Mitteldeutsche Oberliga, wie die Regionalliga damals noch hieß. „Er wird immer ein Teil unserer Vereinsgeschichte bleiben“, sagte Lukas, die anschließend mit den Tränen kämpfen musste. Bei Mittelmann David Zbiral, der ebenso zehn Jahre lang in Diensten des HC Einheit stand, kam sie gegen diese noch ganz gut an. „David hat stets Verantwortung auf und neben dem Feld übernommen. Wir danken ihm für alles, was er für den Verein getan hat“, würdigte die Vorstandsfrau den Denker und Lenker auf der Platte, der stets mit Leidenschaft, Spielverständnis und Einsatz überzeugte. Anschließend aber musste Sabrina Lukas ihren Emotionen Tribut zollen und das Mikrofon kurzzeitig an Hallensprecher Uwe Rietsch übergeben. Kein Wunder, denn mit Maximilian Krüger verlässt eine absolute Identifikationsfigur die erste Mannschaft. Seit 2011 trug der Rekordspieler und Kapitän das rot-weiße Trikot. „Max war Leitwolf, Vorbild und stets eine Brücke im hohen Wellengang. Als dreimaliger Sachsenmeister und langjähriger Viertligaspieler sowie Sachsenpokalsieger ist er eine Einheit-Legende“, so das Lob aus dem gesamten Verein, dem Krüger als Vorstandsmitglied und Spieler der zweiten Mannschaft weiter treu bleiben wird. Mit dem Schritt zurück reagiert der 36-Jährige unter anderem auf die Belastung in der Regionalliga mit 30 Spielen pro Saison. „Man muss mehr trainieren und die Regeneration dauert länger“, so Krüger, der in all der Zeit durchaus Angebote anderer Vereine hatte. Doch woanders als beim HC Einheit zu spielen, das kam für ihn nie in Frage. „Jetzt freue ich mich auf die Spiele der Zweiten, mit der wir nächste Saison in die Verbandsliga aufsteigen wollen“, blickt Krüger nach seinem letzten Spiel als Kapitän schon wieder nach vorn. Mit dem sportlichen Abschied vom Heimpublikum war er ebenso wie Trainer Mario Schuldes ein wenig unzufrieden. Die theoretisch noch abstiegsgefährdeten Gäste dominierten das Spiel bis zur Pause. Daran änderte auch der Torhüterwechsel in der 20 Minute nichts, als Felix Neef den bis dahin glücklosen Jan Misar ablöste und mit fünf Paraden glänzte. Nach dem 15:17-Halbzeitstand parierte Neef weiter überragend, Einheit gelang erstmals der 21:21-Ausgleich (40.). Spannung, Hektik und Schiedsrichterkritik dominierten fortan in der bis Spielende ausgeglichenen Partie. Nach dem 29:30 (55.) vermasselten zwei krasse Abspielfehler, eine Zeitstrafe und Gästetorhüter Hensel den möglichen Einheit-Sieg. (tau)
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