Von der siebten in die vierte Liga: Wie sich Torhüter Felix Neef zum wichtigen Rückhalt des HC Einheit Plauen entwickelt hat
Im an diesem Samstagnachmittag ab 17 Uhr in der Einheit-Arena steigenden Handball-Duell zweier Abstiegskandidaten der Regionalliga Mitteldeutschland zwischen den Füchsen und dem Tabellenelften SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz wird es wieder auf den erfahrenen Schlussmann ankommen. Wie es zur späten Berufung in die erste Mannschaft kam und wie der 36-Jährige auf das „Spiel seines Lebens“ blickt.
Eigentlich ist Felix Neef der Torhüter der zweiten Mannschaft des HC Einheit Plauen, die in der siebtklassigen Regionsoberliga auf Punktejagd geht, doch dann kam die Anfrage von Trainer Mario Schuldes. „Ich sollte eigentlich ja nur ein Spiel beim HC Glauchau/Meerane aushelfen, dafür hatte ich zugesagt und das ging sich ja auch zeitlich aus - ich hatte also erst bei der Zweiten in der Einheit-Arena gehalten und bin danach nach Meerane gefahren“, erinnert sich der 36-Jährige: „Dann liefen die 20 Minuten gar nicht so schlecht, in denen ich da gespielt hatte und wenige Tage später hatten dann Pepe (Co-Trainer Josef Pour, Anmerkung der Redaktion) und Mario mit mir gesprochen, ob ich mir nicht vorstellen kann, länger auszuhelfen.“ Denn Anfang letzten November war absehbar, dass Pour auch nicht als ehemaliger Schlussmann zurück zwischen die Pfosten kehren kann und der zweite Torhüter Matej Brychlec länger ausfallen wird. „Nachdem ich meinen Terminkalender abgeglichen hatte, wie ich diese Spiele einrichten kann, hatte ich einfach unter der Prämisse dem Verein zu helfen zugesagt“, verrät der 1,85 Meter große Neef: „Mir ging es da gar nicht darum, dass ich höherklassig spielen könnte, sondern dass der Verein nach Hilfe fragte, was ich möglich machen konnte.“ Dafür spricht auch die Erfahrung des gebürtigen Plaueners, der früher schon immer mal wieder in der Mitteldeutschen Oberliga ausgeholfen hatte. „Aber da hatte es körperlich bei mir nicht gereicht, denn da hatte ich viele Probleme mit dem Knie - sonst hätte ich vielleicht auch mal ein, zwei Saisons in der Ersten spielen können“, erzählt das Eigengewächs: „Als ich nun gefragt wurde, hatte ich schon paar Bedenken, denn der Schritt ist schon groß gewesen, aber ich habe relativ schnell gemerkt, dass ich da noch genauso mithalten kann wie früher.“ Dennoch gebe es Unterschiede für sein Torhüterspiel im Vergleich zur siebten Liga. „Die Geschwindigkeit von der Auslösehandlung bis zum Abschluss ist wesentlich schneller und so habe ich viel weniger Zeit, mich auf den Wurf vorzubereiten - und die Technik der Außenspieler“, schätzt Felix Neef ein, der die klare Struktur im Zusammenspiel zwischen Torhüter und Abwehr schätzt: „Aber es erhöht halt auch den Druck, denn wenn dann ein Ball in meine Ecke kommt, dann muss ich ihn auch parieren.“ Doch nicht nur diesen Erwartungen ist der Vogtländer ausgesetzt, der aufgrund von Rückenproblemen in den letzten beiden Partien der einzige einsatzfähige Torhüter bei den Rot-Weißen war. „Es ist eigentlich ganz in Ordnung, weil mir der Druck von der Mannschaft und vom Trainer nicht gemacht wird, was es einfacher macht - und ich versuche es, diesen möglichen Druck auszublenden“, berichtet der 36-Jährige, der immer wieder den Austausch mit der Bank sucht: „Ich habe es gern, wenn viel kommuniziert wird und das hilft mir immer viel - zum Beispiel, wie es der andere Torhüter von außen sieht oder er mir sagt, wie ich mich vielleicht besser stellen kann, weil sie wissen, wie der Angreifer wirft.“ So wie im letzten Heimspiel gegen den Drittliga-Absteiger und damaligen Tabellenzweiten SV Anhalt Bernburg, als Felix Neef sein Spiel des Lebens machte und den Spitzenstädtern mit seiner überragenden Leistung erst einmal ermöglichte, beim 27:27-Unentschieden einen Punkt auf dem heimischen Parkett zu lassen. „Es lief halt einfach und dass, obwohl ich brutal erkältet war - ich war froh, dass ich überhaupt durchgehalten hatte“, gesteht Neef: „Das Spiel hat einfach gefetzt - aber so gehe ich ja immer ins Spiel, weil ich ja eigentlich nur noch wegen der Freude Handball spiele und nachdem ich die ersten Konter gehalten hatte, war ich ganz gut drin.“ Dass das dem Schlussmann und seinen Mitspielern am Samstagnachmittag ab 17 Uhr in der Einheit-Arena erneut gelingt, darauf hofft das rot-weiße Lager, denn das Duell gegen den Tabellenelften SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz wird richtungsweisend im Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga Mitteldeutschland. (flow)
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