Einheit macht zu viele Fehler in Defensive und Offensive

25.01.2026

Nach der bitteren 33:37-Niederlage bei der HG 85 Köthen sind die Handballer des HC Einheit Plauen auf den 13. Tabellenplatz der Regionalliga Mitteldeutschland abgerutscht und stecken tief im Abstiegskampf. Was Trainer Mario Schuldes besonders ärgerte.

So enttäuscht von der Leistung der beiden Schiedsrichter war Mario Schuldes in seiner Funktion als Trainer der Füchse noch nicht: Nach dem 33:37 beim Tabellensiebten haderte der Übungsleiter am Samstagabend nicht nur mit seiner Mannschaft, sondern besonders mit den Unparteiischen. „Ich war gerade auch mit der regeltechnischen Auslegung der Schiedsrichter nicht wirklich zufrieden, denn es gab wieder einige Szenen, die ich so nicht nachvollziehen kann und die uns ziemlich wehgetan haben“, ärgert sich Schuldes: „Bei uns Angriffe mit Schrittfehlern zurückgepfiffen, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob das Schritte wirklich waren, aber sie pfeifen es und auf der anderen Seite ganz klare Fehler eben nicht, dann ist das einfach schwach.“ Ansonsten seien die Unparteiischen gut gewesen, doch vor allem über die vielen Schrittfehler des Halbrechten Yasin Noah Jaidi regte sich der Einheit-Trainer immer wieder während der Partie auf: „Vor dem Spiel hatte ich mit den Schiedsrichtern kurz geredet und sie darauf hingewiesen, dass er eigentlich immer viele Schrittfehler macht und das nie gepfiffen wird - und sie bitte darauf achten sollen“, berichtet Mario Schuldes: „Ich kann nicht sagen, wie oft er dann wieder gegen uns Schrittfehler gemacht hat und es einfach nicht gepfiffen wurde - wenn er immer fünf, sechs Schritte macht und wir dadurch dann hinten dranhängen, dann kann man das irgendwann nicht mehr verteidigen.“ Diese fehlende einheitliche Linie machte es der ohnehin anfälligen Abwehr noch schwerer, erfolgreich zu decken. „Zu Beginn haben wir in der 6:0-Formation wieder die Zweikämpfe verloren, waren nicht aktiv genug und haben so nicht den Zugriff bekommen, weshalb wir die restlichen 50 Minuten wieder sehr offensiv in der 3:2:1-Variante gedeckt haben, aber darauf war Köthen gut vorbereitet“, erklärt der Übungsleiter: „Immer wieder haben wir uns hintren reindrängen lassen und konnten so dem druckvollen Rückraum nicht so richtig was entgegensetzen - und hatten auch Dinge nicht so gut gelöst, die wir uns vorgenommen hatten.“ So konnte Felix Neef nicht an seine überragende Leistung aus der Vorwoche anknüpfen und da Jan Misar weiterhin wegen Rückenschmerzen eigentlich nicht spielen kann, stand er nur wenige Minuten zwischen den Pfosten. „In der Verteidigung standen wir einfach nicht gut und die Abwehr hatte es den Torhütern auch nicht leicht gemacht, mal paar Bälle zu parieren“, begründet Schuldes das 7:7 nach zehn Minuten: „Als wir dann offensiver wurden, hatten wir zwar immer wieder Phasen, in denen wir Köthen auch einige Bälle abgenommen hatten, aber trotzdem war es in der Summe noch zu wenig.“ Denn nun kam hinzu, dass sich die Rot-Weißen zwar im gesamten ersten Durchgang nur zwei Fehlwürfe leisteten, aber einige Pfiffe gegen sich bekamen und so in Unterzahl binnen zwei Minuten mit 7:10 in Rückstand gerieten. „In der ganzen ersten Halbzeit haben wir gute Lösungen im Angriff gefunden, deshalb war auch die Offensive in Ordnung und hat auch soweit funktioniert“, bezeichnete der Einheit-Trainer die 18 Tore als gut: „Im Angriff haben wir unsere gut vorbereiteten Würfe effektiv genutzt und es auch gut über den Kreis oder die Außen gelöst, aber neun technische Fehler sind deutlich zu viel.“ 

Dennoch waren die Spitzenstädter zur Pause noch absolut im Spiel und hielten auch nach dem Seitenwechsel den Rückstand bis zum 21:23 nach gut 40 Minuten konstant bei nur zwei Toren. „Eigentlich hatten wir ein gutes Gefühl, wollten in der Abwehr noch konzentrierter sein und haben dann im Angriff aber wieder zu viele Fehler gemacht“, so Mario Schuldes: „Wir hatten das davor eigentlich über weite Strecken ganz gut gelöst und unsere Abschlüsse getroffen.“ Doch dann scheiterten die Vogtländer reihenweise am nun eingewechselte Köthener Schlussmann Christian Kanzler, der zum Spieler des Spiels wurde. „Dann haben wir zu viel liegen gelassen und wenn wir nicht so viele freie Würfe verwerfen, dann wäre es sogar möglich gewesen, etwas mitzunehmen“, meint der Übungsleiter: „Er hat uns das Leben sehr schwer gemacht.“ Trotz verschiedener Aufstellungen in der Offensive konnte sich der Torhüter immer wieder auszeichnen: Mit drei parierten Siebenmetern und freien Würfen von Außen sowie dem Rückraum, die er gehalten hat - und dem Schlussmann eine überragende Quote von um die 50 Prozent brachte. „Das hat uns dann auch das Genick gebrochen, deshalb sind wir auch nicht weiter rangekommen“, bedauert Schuldes den zwischenzeitlichen Acht-Tore-Rückstand beim 26:34 nach gut 52 Minuten: „Aber die Jungs haben weiter Gas gegeben, in der Abwehr gekämpft und besser geworfen.“ Auch konnte sich in der zweiten Halbzeit dann Neef mit insgesamt zehn Paraden auszeichnen, die Verteidigung zwang die Bachstädter immer wieder zu Fehlern und so konnten sich die Füchse mit einer Aufholjagd bis zum 32:35 nach knapp 58 Minuten belohnen. „Es war dann aber sehr schwierig, wenn man schon schwere Beine hat und deutlich im Rückstand liegt, dann noch die Kraft zu haben, doch noch das Duell erfolgreich beenden zu können“, weiß der Einheit-Trainer: „Köthen hat das gut gemacht, hatten auch die besseren Wechseloptionen und deshalb hat es nicht sein sollen - auch, weil wir wieder eine Überzahlphase in der Schlussphase nicht gut ausspielen.“ So bekam beispielsweise Yasin Noah Jaidi im zweiten Durchgang mal eine Pause, als er platt war und der eingewechselte Frank Grohmann bewies seine Erfahrung - dazu kam noch Rechtsaußen Steven Just und so erzielte das Trio alleine 18 Tore. „Dass die rechte Seite sehr aktiv ist, war uns klar, deshalb wollten wir das eher auch sehr kompakt lösen, was uns nicht so gut gelungen ist“, sagt Mario Schuldes: „Durch die offensive Deckung entstanden Räume und Just hatte auch Glück, dass er drei Abpraller bekam, bei denen er dann völlig frei werfen konnte - und dass er gut wirft, wussten wir, deshalb wollten wir ihm auch nur wenige Abschlüsse zulassen, was auch am Anfang ganz gut funktioniert hat, aber so einen guten Spieler kann man nie ganz verteidigen.“ Da der SV Oebisfelde beim HC Glauchau/Meerane überraschend mit 30:28 gewonnen hatte und sich der kommende Gegner SV Grün-Weiß Wittenberg bei der HSG Treiber mit 38:37 durchsetzte, rutschten die Rot-Weißen mit nun 11:25 Punkten auf den 14. Tabellenplatz ab. „Wir sind enttäuscht, dass es am Ende wieder nicht gereicht hat, zwei Zähler zu holen und auch wenn wir sicherlich kein sehr gutes Spiel gemacht haben, machten wir auch keine schlechte Partie“, resümiert Einheit-Trainer Mario Schuldes nach der verdienten 33:37-Niederlage: „Es war wieder einmal die Abwehr, die uns über die 60 Minuten nicht gut gelungen ist und mit 37 Gegentore wird es unheimlich schwer, zu gewinnen.“ (flow)

 

HC Einheit Plauen: Misar, Neef - Wokan (6), Janàsek, Krüger (3), Linhart (6/1), Kotesovec, Bednarík (6), Machacek (1), Kacin (4), Jahn (1), Zbiral (6), Sira; Trainer Mario Schuldes, Co-Trainer Joel Stegner, Mannschaftsverantwortlicher Bernd Grimm

 

HG 85 Köthen: Kanzler, Serfas - Krug (5), Gmirek (1), Hensen (4), Grohmann (4/2), Tarek Jaidi (1), Just (7), Milkow (3), Schütte, Yasin Noah Jaidi (7), Fenyö (4), Moritz Brodowski (1), Laurenz Brodowski; Trainer Martin Lux, Co-Trainer Mario Schimmelpfennig, Mannschaftsverantwortlicher Rene Nowak, Physio Matthias Lache

 

Verwarnungen: 2 für HC Einheit Plauen, 1 für HG 85 Köthen

Zeitstrafen: 3 für HC Einheit Plauen, 4 für HG 85 Köthen

Siebenmeter: 4 für HC Einheit Plauen, 2 für HG 85 Köthen