Einheit feiert ersten Auswärtssieg

29.09.2025

Mit dem 30:27-Erfolg haben die Handballer des HC Einheit Plauen beim Aufsteiger SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz am Sonntagabend die ersten zwei Punkte auf fremdem Parkett in der noch jungen Saison der Regionalliga Mitteldeutschland bejubelt. Dabei hatte auch ein Rückkehrer einen wichtigen Anteil.

„Wir sind sehr glücklich über die zwei Punkte, denn es war das erwartet schwere Spiel, aber aufgrund des Spielverlaufs und der Leistung am Ende auch ein verdienter Sieg“, freut sich Einheit-Trainer Mario Schuldes: „Jeder Punkt in dieser Saison ist wichtig und auch wieder ein Erfolgserlebnis zu haben - und auch wenn wir erneut nicht super gespielt haben, war es für den Kopf der Jungs ganz wichtig, dass wir erfolgreich waren.“ Dabei entwickelte sich bis zum 10:10 nach gut 20 Minuten eine enge Partie mit Fehlern auf beiden Seiten, die über weite Strecken zwar auf Augenhöhe, aber nur vom Spielstand komplett ausgeglichen war. „Wir lassen in den ersten zehn Minuten zwei, drei freie Würfe liegen und verwerfen unnötig, nachdem wir uns die Abschlüsse gut herausgespielt hatten, auch wenn der Wittenberger Torhüter sehr gut gehalten hat“, bedauert Schuldes die verpasste Chance, sich einen Vorsprung zu erarbeiten: „Wir hatten auch in der Abwehr vor allem noch einige Probleme in der Abstimmung und waren noch nicht richtig wach, sodass die Lutherstädter zu einfach zum Wurf kamen.“ Doch bis zur Pause kamen die Füchse immer besser in die Begegnung und zu Ballgewinnen sowie ins Tempospiel mit einfachen Toren, weil in der Verteidigung nicht nur nun die Zuordnung funktionierte, sondern sich auch Torhüter Matèj Brychlec auszeichnen konnte - Lohn war die 16:13-Führung. 

„Wir machen uns dann das Leben selber wieder schwer, machen in den ersten vier Angriffen drei technische Fehler und schenken den Ball her“, ärgert sich der Einheit-Trainer über Fangfehler oder Abspielfehler und den 15:16-Anschlusstreffer der Sachsen-Anhalter: „Da waren wir scheinbar mit den Köpfen noch in der Kabine.“ Doch über die Defensive kämpften sich die Rot-Weißen wieder ins Aufeinandertreffen, kamen über das schnelle Umschaltspiel und einem konsequenteren Abschluss zu Treffern - und konnten sich beim 21:17 nach 37 Minuten erstmals mit vier Toren absetzen. „In der Folge waren wir sowohl im Angriff als auch in der Abwehr nicht mehr so zielstrebig, halfen uns in der Deckung nicht mehr so aus und kassierten deshalb auch mehrere unnötige Zeitstrafen - und diese Unterzahlsituationen setzten uns vor allem in der Offensive unter Druck“, erklärt Mario Schuldes die elf Zeigerumdrehungen bis zur 48. Minute mit nur einem einzigen Treffer: „Ich hätte mir in der ein oder anderen Situation gewünscht, dass wir cleverer verteidigen und nicht diese Hinausstellungen bekommen, denn dadurch haben wir Wittenberg wieder ins Spiel gebracht.“ So glichen die Lutherstädter durch den starken Halbrechten Nico Elias zum 22:22 aus, der mit sieben Toren auch bester Werfer der Sachsen-Anhalter war und die Spitzenstädter immer wieder vor Probleme stellte. „Wir sind aber nicht eingebrochen und setzten uns auch dank der spielerischen Lösungen wieder ab“, bezeichnet der Übungsleiter den 3:0-Lauf zum 25:22 nach 51 Minuten als die spielentscheidende Phase: „Hanso hält stark, wir holen uns so auch Selbstvertrauen und haben das Torhüter-Duell gewonnen.“ Denn der nach einer Verletzung zurückgekehrte Jan Misar verhinderte in den letzten 20 Minuten mit einer Quote von 47 Prozent parierter Bälle einen erneuten Rückstand der Vogtländer. „Wenn Hanso drei, vier freie Würfe nicht hält, dann kann die Partie in eine andere Richtung gehen“, weiß Schuldes, der zwar an der Seitenlinie mit ansehen musste, wie sich seine Schützlinge in Unterzahl schwer gegen die nun offensivere Deckung des Aufsteigers taten und auch wegen einer wieder zu löchrigen Verteidigung den 27:28-Anschlusstreffer in der 59. Minute kassierten, aber die Begegnung nicht kippen ließen: „Das war von der Moral sehr gut, die Körpersprache war top und auch, wie die Jungs reagiert haben.“ Denn nachdem Jakub Sira zum 29:27 eingenetzt hatte, musste er mit einer glatt roten Karten das Parkett noch vor Abpfiff verlassen - die Schiedsrichter legten eine Abwehraktion des Kreisläufers als Schubsen aus, als er hochsprang und seinen Gegenspieler in der Luft annahm. „Wir haben gegen Wittenbergs 6:0-Abwehr gute Lösungen gefunden sowie zwei starke Schlussmänner, was Hanso und Matej gezeigt haben“, resümiert der Einheit-Trainer Mario Schuldes: „Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung.“ (flow)

 

HC Einheit Plauen: Misar, Brychlec - Corda, Wokan (1), Janàsek, Krüger, Linhart, Kotesovec, Bednarík (7), Machacek (3), Kacin (5), Jahn (8/3), Zbiral (4/1), Stegner (1), Sira (1); Trainer Mario Schuldes, Co-Trainer Josef Pour, Mannschaftsverantwortlicher Bernd Grimm

 

SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz: Baum, Pavlicek, Kwoczalla (1), Schulz (3), Hernig (4), Liehr (4), Dubro (1), Elias (7/1), Giese, Jähnke, Beyer (3/2), Kolak (2), Gehlert, Krömke (2), Matysiak, Diestelberg; Trainer Marco Hüls, Co-Trainer Christian Schöne, Mannschaftsverantwortlicher Mathias Held

 

Verwarnungen: 1 für HC Einheit Plauen, 1 für SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz

Zeitstrafen: 5 für HC Einheit Plauen, 3 für SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz

Siebenmeter: 6 für HC Einheit Plauen, 5 für SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz

Disqualifikationen: 1 für HC Einheit Plauen (ohne Bericht)

 

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