Einheit verliert bei Drittligaabsteiger

14.09.2025

Nach einem erneut enttäuschenden Auftritt mussten sich die Handballer des HC Einheit Plauen in der Regionalliga Mitteldeutschland beim SV Anhalt Bernburg am Samstagabend mit 32:38 geschlagen geben. Wieso die schwache Abwehr trotz der klaren Niederlage einen möglichen Punktgewinn der Füchse verhinderte.

Wenn allein Bernburgs Nico Richter aus dem rechten Rückraum elf Tore und sein linker Pendant Lars Oskar Sotorp Kaaterud zehn Treffer erzielen sowie Villads Raahauge Jensen vom Kreis neun Mal in die Maschen der Rot-Weißen einnetzen kann und damit das torgefährliche Trio des Drittligaabsteigers insgesamt 30 Treffer zum 38:32-Sieg des SV Anhalt beisteuert, dann können die Spitzenstädter nicht erfolgreich sein. „Wir haben wieder nur phasenweise gut gespielt und das ist sehr ärgerlich“, ist Einheit-Trainer Mario Schuldes sichtlich enttäuscht: „Uns wurden die Probleme aufgezeigt, dass die Abwehr nicht funktioniert und uns es vor allem im Mittelblock nicht gelungen ist, Bernburgs starke Kooperation der beiden Halbspieler mit dem Kreisläufer zu unterbinden.“ Die Vogtländer starteten mit einer 6:0-Deckung, hatten allerdings keinen Zugriff bekommen und es so den Hausherren leicht gemacht, bis zum 9:9 nach knapp 13 Minuten immer wieder zu einfachen Toren zu gekommen - egal ob aus dem Fernwurfbereich oder aus der Nahwurfzone. „Wir haben dann auf eine 5:1-Formation umgestellt, aber darauf reagierte Bernburg mit zwei Kreisläufern und auch wenn wir dank einiger Paraden der Torhüter paar Ballgewinne hatten und in unser Tempospiel kamen, gelang uns dies insgesamt viel zu selten“, erklärt Schuldes den 15:17-Rückstand zur Pause: „Gerade in der ersten Halbzeit leisteten wir uns wie gegen Eisenach wieder vier ganz einfache technische Fehler, bei denen der Gegner nicht einmal etwas machen musste, sondern wir Bernburg den Ball schenkten.“ Neben den Leichtsinnsfehlern wie Doppeldribbling, Abspiel ins Aus oder zwei Konterpässe direkt in die Hände des Gegners, nutzten die Bördestädter auch eine Überzahlsituation eiskalt aus, um den ersten 3:0-Lauf zum zwischenzeitlichen 12:9 zu starten. „Obwohl wir nicht gut gespielt haben, lagen wir zur Pause nur mit zwei Toren zurück, weil wir im Angriff gute Lösungen gefunden und präzise geworfen haben“, so der Übungsleiter: „Wir hätten zur Halbzeit führen können.“ 

Doch da auch die 5:1-Abwehr nicht so richtig funktionierte, wechselten die Rot-Weißen nach dem Seitenwechsel wieder in die 6:0-Formation. „Wenn wir in der Verteidigung ein paar Bälle mehr gewonnen hätten, dann hätten wir vielleicht auch die Wende hinbekommen können, aber so hatten wir viel zu oft unsere Torhüter alleine gelassen“, ärgert sich Mario Schuldes: „Wir haben es Bernburg viel zu einfach gemacht, weil wir nicht im Verbund verteidigt haben und keine Stoppfouls setzen konnten.“ So kamen die Salzländer nur durch Durchbrüche der Rückraumspieler und Pässen zum Kreis zu allein 28 Abschlüssen aus der Nahwurfzone, wovon Einheits Schlussmänner Jan Misar sowie Matèj Brychlec sieben Würfe parieren konnten, „was sogar noch ganz gut ist“, ergänzt der Übungsleiter, der ab der 48. Minute eine Manndeckung gegen Kaaterud spielen ließ: „Er hat das Spiel gemacht hat, aber als wir dann offensiver deckten, entstanden zu viele Räume und diese nutzte dann Richter im Eins-gegen-Eins.“ Zwar konnten die Spitzenstädter beim 21:21 nach knapp 38 Minuten noch einmal ausgleichen und die Begegnung bis zum 25:28 offen gestalten, doch auch diese erneute Defensivumstellung hat nicht viel ändern können - und so verteidigten die Bären weiter ihre Drei-Tore-Führung. „Wir haben dann nochmal eine 4:2-Abwehr gegen die wurfstarken Halbspieler versucht, aber Bernburg hatte gegen jede Formation die Tore gemacht“, konstatiert Schuldes: „Wir bekommen dann eine Zeitstrafe, die uns in dieser Phase besonders wehgetan hat und die Bernburg super ausspielt.“ Und so setzten sich in der Schlussphase die Hausherren spielentscheidend auf zwischenzeitlich 34:27 nach knapp 54 Minuten mit einem Sieben-Tore-Vorsprung ab. „Egal wer auf welcher Position gespielt hat, wir haben immer wieder die Eins-gegen-Eins-Duelle gegen die Halbspieler verloren oder konnten die Kreisanspiele nicht unterbinden“, fasst der Einheit-Trainer das Dilemma zusammen: „Egal was wir gespielt haben, es hat nicht den Erfolg gebracht und daran müssen wir arbeiten.“ Denn die Sachsen-Anhalter glänzten nicht spielerisch. „Aber wir haben auch in der Deckung meistens die falsche Entscheidung getroffen, denn wenn wir rausgehen sollten, dann blieben wir defensiv und die Halbspieler warfen über unseren Block oder wenn wir rausgingen, dann war der Kreis völlig frei beziehungsweise konnten die Halbspieler ins Eins-gegen-Eins gehen, weil die Räume zu groß waren“, erläutert Mario Schuldes: „Eigentlich wäre deutlich mehr drin gewesen, denn wir haben im Angriff nicht einmal das sonderlich gut gemacht, was wir uns vorgenommen hatten und trotzdem erzielen wir 32 Tore - und da leisteten wir uns noch 16 Fehlwürfe sowie neun technische Fehler.“ Dazu kam, dass Petr Linhart noch kurzfristig vor dem Aufeinandertreffen wegen Wadenproblemen ausfiel, doch Michal Bednarik habe das wieder ordentlich gelöst. „Die Offensive war dann gut, wenn wir das umsetzten, was wir gut können, aber auch im Angriff leisteten wir uns zu einfache Fehler“, resümiert der Übungsleiter und kritisiert, dass beispielsweise immer wieder tief statt hoch geworfen wurde und sich so Bernburgs Torhüter mit starker Fußabwehr des Öfteren auszeichnen konnte: „Ohne Abwehr gewinnt man kein Spiel.“ (flow)

 

HC Einheit Plauen: Misar, Brychlec - Corda (1), Wokan (6), Janàsek (2), Krüger (2), Linhart, Kotesovec (2), Bednarík (2), Machacek (3), Kacin (2), Jahn (6/3), Zbiral (1), Stegner (4), Sira (1); Trainer Mario Schuldes, Co-Trainer Josef Pour, Mannschaftsverantwortlicher Bernd Grimm

 

SV Anhalt Bernburg: Gühne (1), Jensen (9), Friedrich (3), Hildenborg, Rosenkranz (3), Zirkler (1), Knoche, Herda, Richter (11/3), Mohs, Kaaterud (10); Trainer Dan Muurholm Jurgensen, Co-Trainer Claus Luther, Mannschaftsverantwortlicher Bernd Müller, Physio Helge Geistlinger

 

Verwarnungen: keine für HC Einheit Plauen, keine für SV Anhalt Bernburg

Zeitstrafen: 4 für HC Einheit Plauen, 2 für SV Anhalt Bernburg

Siebenmeter: 3 für HC Einheit Plauen, 4 für SV Anhalt Bernburg