Einheit startet mit Heimsieg in Saison

07.09.2025

Mit einem am Ende unnötig knappen 33:31-Erfolg haben die Handballer des HC Einheit Plauen den starken Aufsteiger ThSV Eisenach II am Samstag zum Auftakt in die neue Spielzeit in der Regionalliga Mitteldeutschland besiegt. Wie bei den Füchsen besonders ein Eigengewächs überzeugte und gleichzeitig unter großen Beifall für ein Novum sorgte.

Es war die spielentscheidende Phase, die die Rot-Weißen am Samstagabend vor 200 Zuschauern in der Einheit-Arena die ersten zwei Punkte bejubeln ließ: Mit einem 7:0-Lauf binnen acht Zeigerumdrehungen drehten die Spitzenstädter einen 5:8-Rückstand in eine 12:8-Führung nach gut 17 Minuten. „Wir starteten holprig, die Jungs waren aufgeregt und sind auch deshalb nicht richtig in die Partie gekommen, weil wir wenig Zugriff in der Abwehr hatten sowie die Torhüter nicht so richtig eine Hand an den Ball bekamen“, ärgert sich Einheit-Trainer Mario Schuldes: „Auch mit dem Angriff war ich nicht zufrieden, denn wir erkämpften uns in der Defensive den Ball, können ein einfaches Tor ohne Bedrängnis erzielen und spielen dann aber einen schlechten Pass, weshalb wir fünf Konter leichtfertig weggeworfen haben, was uns nicht passieren darf.“ Doch nach gut neun Minuten wurden die Vogtländer besser, die Verteidigung erzwang gegen die selbstbewussten Thüringer nun Ballgewinne und auch Matej Brychlec zeichnete sich mit mehreren Paraden aus - und so kamen die Hausherren in ihr starkes Tempospiel. „Ich habe die Fehler in der Auszeit angesprochen, in der Offensive hat dann auch viel geklappt, wir haben gute Lösungen gefunden und genau geworfen“, sagt Schuldes: „Eisenach hat uns in der ersten sowie zweiten Welle überhaupt keinen Druck gegeben, aber wir haben eine breite Bank und alle Mann dabei, deshalb wollte ich Eisenach mit unserem schnellen Spiel unter Druck setzen, weshalb ich auch so oft gewechselt habe.“ Nach der Führung hatten die Füchse die Wartburgstädter zwar unter Kontrolle, „leisteten uns aber dann wieder eine Phase, in der die Deckung wieder nicht so die Bälle gewinnt, wie wir sie könnten, weil wir paar einfache Fehler machen“, begründet der Einheit-Trainer, dass nach dem zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Vorsprung beim 18:11 (26.) nur ein 19:15 zur Pause an der Anzeigetafel leuchtete: „Wir wussten, dass die Abwehr noch nicht so dasein kann, aber wir leisteten uns noch zu viele einfache individuelle Fehler, weil wir den Schritt zu wenig machten oder nicht aktiv genug waren.“ 

Doch auch nach dem Seitenwechsel blieb der Aufsteiger hellwach und besonders der achtfache Torschütze Armend Alaj zeigte sich auf Rechtsaußen sehr treffsicher sowie sorgten die Rückraum-Recken Ole Gastrock-Mey und Duje Mijak immer wieder dazu, dass sich die Rot-Weißen nicht mit mehr als sechs Toren wie beim 23:17 nach 34 Minuten absetzen konnten. „Wir hatten immer wieder Phasen, in denen wir uns in der Verteidigung einfache Fehler leisten und deshalb unnötige Gegentore kassieren oder uns im Angriff unvorbereitete Würfe nehmen, was ich nicht verstehe“, kritisiert Mario Schuldes: „Wir haben einfach nicht gut gespielt.“ Und so kamen die von etwa 20 mitgereisten Fans angefeuerten Gäste beim 25:27 nach 45 Zeigerumdrehungen sowie 31:33 in der letzten Minute auf zwei Tore heran. „Uns gelang es nicht, deutliche Führungen zu behaupten oder auszubauen, weil wir die Eisenacher auf Schlagdistanz heran ließen und ihnen mit überhasteten Würfen sowie Schwächen in der Deckung halfen“, ergänzt Joel Stegner, der 14 Jahre beim ThSV auf Torejagd ging und erstmals gegen seinen ehemaligen Verein spielte. Zudem war für Kreisläufer und Innenblocker Jakub Sira bereits frühzeitig das Aufeinandertreffen wegen eines vermeintlichen Fouls an Eisenachs Julius Brenner in der Schlussphase beendet (52.). „Die Rote Karte gegen Jakub ist für mich unverständlich, denn das war eher ein Stürmerfoul vom Gästespieler“, so Schuldes. In den letzten 52 Sekunden wackelte noch leicht der Heimsieg der Spitzenstädter, allerdings machten sich die bis zum Ende kämpfenden Thüringer mit einem krassen Passfehler selbst den ersten Zähler in der Regionalliga Mitteldeutschland zunichte. „Wir sind froh, mit zwei Pluspunkten gestartet zu sein, denn es war sicherlich nicht unser bestes Spiel und 31 Gegentore sind einfach zu viele“, resümiert der Einheit-Trainer: „Eisenach hat uns alles abverlangt.“ Nach dem Schlusspfiff gab es dann noch eine Premiere bei den Vogtländern: Gian-Luca Corda wurde mit 38 Prozent der Stimmen bei der erstmals in der Einheit-Arena stattfindenden Wahl des besten Spielers unter großem Beifall seiner Mitspieler zum „Man of the Match“ gewählt - bei der digitalen Abstimmung, die in Zusammenarbeit mit den Erfindern von Vogut erstellt wurde, konnte ein QR-Code gescannt und der beste Akteur angeklickt werden. (flow)

 

HC Einheit Plauen: Misar, Brychlec - Corda (4), Wokan (4), Janàsek, Krüger (1), Linhart (10/4), Kotesovec (1), Bednarík, Machacek (4), Jahn (3), Zbiral (6), Stegner, Sira; Trainer Mario Schuldes, Co-Trainer Josef Pour, Mannschaftsverantwortlicher Bernd Grimm, Physio Antonia Weller

 

ThSV Eisenach II: Büchner (1) - Brenner (1), Rehm, Stupka, Ruppert (3), Schlotzhauer, Gastrock-Mey (5), Ukaj (2), Cech, Armend Alaj (8), Katzwinkel (2), Qendrim Alaj (4/3), Rothhämel, Miljak (5); Trainer Maarten Hendryk Elwert, Co-Trainer Frank Schlosser, Mannschaftsverantwortlicher Jan Gesell, Mannschaftsbetreuer Bastian Freitag, Physio Jasmin Görtz

 

Verwarnungen: 1 für HC Einheit Plauen, keine für ThSV Eisenach II

Zeitstrafen: 5 für HC Einheit Plauen, 3 für ThSV Eisenach II

Siebenmeter: 4 für HC Einheit Plauen, 4 für ThSV Eisenach II

Disqualifikation: 1 für HC Einheit Plauen (ohne Bericht)

Zuschauer: 200

 

Bild zur Meldung: Einheit startet mit Heimsieg in Saison

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250906_HCE-ThSV Eisenach II (07.09.2025)