Einheit verliert denkbar knapp Finale um Spitzen-Cup
Mit 18:19 mussten sich am Samstag die Handballer des HC Einheit Plauen im Endspiel um den achten Spitzen-Cup dem Ligakonkurrenten SG Pirna/Heidenau geschlagen geben. Zuvor hatten die Füchse gegen den tschechischen Extraligisten HBC Strakonice deutlich mit 25:19 gewonnen. Was Trainer Mario Schuldes für die kommende Saison in der Regionalliga Mitteldeutschland mitnimmt.
„Es war ein hohes Niveau, in allen Spielen wurde guter Handball gezeigt und wir hatten ein spannendes Finale“, zieht Einheit-Trainer Mario Schuldes ein zufriedenes Fazit nach dem achten Spitzen-Cup: „Es hat uns sportlich auf jeden Fall etwas gebracht.“ Ziel während des Turnier war es, die Abwehrarbeit vor allem im Zentrum weiter zu verbessern und im Positionsangriff das Zusammenspiel nach vorne zu bringen, was in beiden Partien gut funktioniert hat. „Die Intensität in der Verteidigung war hoch, das hat mir sehr gefallen und das Umschaltspiel funktioniert auch schon richtig gut“, freut sich Schuldes: „Wir haben gegen die 6:0-Deckungen oft gute spielerische Lösungen mit tollen Passstafetten und Kreuzbewegungen gefunden, was über weite Strecken gut aussah.“
Doch im Eröffnungsspiel am Samstagnachmittag gegen den tschechischen Extraligisten HBC Strakonice brauchten die Rot-Weißen eine Weile, bis sie in die Begegnung fanden. „Die Defensive war nicht ganz so da und dadurch haben wir es Strakonice zu einfach gemacht, über ihr Kleingruppenspiel Tore zu erzielen“, moniert der Übungsleiter: „Deshalb sind wir dem Rückstand hinterher gerannt, obwohl die Offensive in Ordnung war.“ So lagen die Spitzenstädter nach knapp sieben Minuten mit 3:6 zurück, doch mit einem 4:0-Lauf binnen drei Zeigerumdrehungen drehten sie das Aufeinandertreffen und gingen erstmals selbst mit 7:6 in Führung. „Die Abwehr hat mit Hanso sehr gut zusammen gearbeitet, wir haben auch über unser richtig gutes Tempospiel Strakonice unter Druck gesetzt und uns sehenswerte Tore herausgespielt“, lobt Mario Schuldes, der zur Halbzeit nach 20 Minuten komplett durchgewechselt hat: „Es ist sehr gut gelaufen, jeder hat seine Einsatzzeit bekommen und die Wechsel haben keinen Spielabbruch gebracht, sondern es ging auf dem gleichen Niveau weiter, was mir sehr gut gefallen hat.“ Denn die Vogtländer spielten auch in der Folge mit viel Tempo sowie einer guten Abwehr, die nicht nur dafür sorgte, dass sich Torhüter Jan Misar mit zehn Paraden auszeichnen, sondern sich die Hausherren auch immer weiter absetzen und schließlich einen deutlichen 25:19-Sieg bejubeln konnten.
Nachdem sich in der zweiten Partie mit der SG Pirna/Heidenau auch die Auswahl aus der Regionalliga Mitteldeutschland gegen den BSV Limbach-Oberfrohna aus der Oberliga Sachsen klar mit 16:9 durchsetzen konnte, entschied Strakonice das Spiel um den dritten Platz mit 26:22 für sich - und so trafen sich beide Ligakonkurrenten im Finale.
Doch wieder kommen die Spitzenstädter nicht gut in die Partie und lagen schnell zurück. „Im Angriff haben wir uns schwergetan, haben paar freie Würfe liegen gelassen und hatten auch mit der harten Gangart Probleme gehabt, die Zweikämpfe in der Offensive zu gewinnen“, berichtet der Einheit-Trainer: „Pirna ist auch hohes Tempo gegangen, was ich gar nicht so erwartet hatte und dadurch haben uns die Eisenbahner ordentlich Druck gegeben, aber genau den brauchen wir auch.“ Allerdings brachten die Elbstädter mit ihrer sehr aggressiven, körperbetonten Abwehr die Füchse immer wieder aus dem Spiel. „Es war dann auch sehr viel Emotionalität dabei, was gut ist und uns manchmal fehlt - es war also alles dabei, was wir auch für die Saison brauchen“, meint Schuldes, der interessante Punktspielduelle erwartet: „Pirna hat ordentlich dagegen gehalten und das war fast wie im Ligabetrieb.“ Da in der Folge auch die Rot-Weißen in der Verteidigung deutlich intensiver gedeckt haben und darüber ins Tempospiel gekommen sind, konnten sie sich zum Ende der ersten Halbzeit mit sehr viel Leidenschaft sowie schönen Toren wieder herankämpfen. „Die Defensive stand weiter gut, allerdings hatte Matej nicht so die Hand an den Ball bekommen“, erklärt der Übungsleiter die ausgeglichene Begegnung nach dem Seitenwechsel: „Pirna bestrafte zwar dann eine Schwächephase von uns mit einfachen Toren, aber wir konnten bis kurz vor dem Ende wieder den Anschlusstreffer erzielen.“ Doch die Möglichkeit, in Überzahl den Ausgleich zu erzielen und so vielleicht doch noch den Pokal des Landrats zu verteidigen, machten sich die Spitzenstädter mit einem technischen Fehler zunichte. „Wir werfen leider den Ball weg und die Eisenbahner spielen das dann souverän runter“, beschreibt Mario Schuldes die letzten Szenen: „Es war gut, dass wir nach unserer Schwächephase wieder rangekommen sind und deshalb bin trotzdem sehr zufrieden.“ Wie auch die Elbstädter, die sich am Samstagabend mit dem 19:18-Erfolg zum Sieger des achten Spitzen-Cups krönten.
Dass diesmal auch alle Strafwürfe sicher verwandelt wurden und dabei erstmals Joel Stegner im rot-weißen Trikot von der Siebenmeterlinie traf, bezeichnete der Einheit-Trainer als schöne Randnotiz. „Das lag an den Blockwechseln, dass bei den Strafwürfen gerade Lino nicht spielte“, sagt Schuldes: „Es ist schön, dass ein junger Spieler Verantwortung übernimmt, denn genau das wollen wir und wenn Joel ein gutes Gefühl hat, dann soll er es auch machen.“ Bevor die kommende Saison am 6. September mit einem Heimspiel gegen Aufsteiger ThSV Eisenach II startet, legt der Übungsleiter den Fokus weiterhin vor allem auf die Verteidigung. „Auch wenn es über große Teile der Aufeinandertreffen gut aussah, müssen wir noch am Zusammenspiel in der Abwehr arbeiten, was aber ganz normal ist“, meint Mario Schuldes: „In den letzten zwei Wochen haben wir uns aber schon deutlich nach vorn bewegt.“ Daran und an die zwei guten Partien beim Spitzen-Cup wollen die Vogtländer auch am kommenden Wochenende beim Turnier im tschechischen Litovel anknüpfen. „Wir werden die 5:1-Abwehr nun vermehrt trainieren und auch beim Turnier spielen sowie in verschiedenen Konstellationen an unserem Positionsangriff arbeiten, um vor allem die Abläufe zu optimieren“, kündigt der Einheit-Trainer an: „Wenn wir alle Mann dabei haben, mit viel Selbstvertrauen auftreten sowie unser Spiel machen, dann müssen wir uns vor keiner Mannschaft verstecken und können jede schlagen.“ (flow)
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