Einheit gewinnt Testspiel gegen bayerischen Regionalliga-Vizemeister
Nach der offiziellen Mannschaftsvorstellung der Handballer des HC Einheit Plauen konnten am Dienstagabend die gut 100 Fans im Anschluss einen 27:25-Erfolg gegen den Viertligisten HaSpo Bayreuth bejubeln. Welche fünf Erkenntnisse Trainer Mario Schuldes für die Vorbereitung auf die kommende Saison in der Regionalliga Mitteldeutschland und den Spitzen-Cup am Samstag zieht.
Spielverlauf: Es war ein ausgeglichenes Spiel mit wechselnden Führungen, in dem sich keine Mannschaft mit mehr als zwei Toren absetzen konnte - bis auf bei Einheits 27:24-Führung in der letzten Minute. „Vor allem in der ersten Halbzeit war gegen den sehr druckvollen Angriff teilweise unsere Beinarbeit nicht so gut gewesen und wir haben die Helfersituationen zu spät erkannt“, so Einheit-Trainer Mario Schuldes: „Matej hat sehr gut und uns im Spiel gehalten.“ Mit einem 12:12-Unentschieden ging es in die Halbzeitpause. „Wir wollten dann weiter an unseren Defiziten arbeiten und haben gute Ansätze gesehen, gerade was das Zusammenspiel im Deckungszentrum betraf“, berichtet Schuldes: „Auch wenn wir uns im ersten Durchgang noch bisschen schwer getan haben, sah es dann nach dem Seitenwechsel über weite Strecken sehr gut aus.“ In der Offensive machte den Füchsen vor allem die extrem offensive 3:2:1-Abwehr mit einer Spitze bis fast an die Mittellinie große Probleme. „Wir haben uns dadurch einfache technische Fehler geleistet, die immer ärgerlich sind und deutlich zu viele freie Würfe liegen gelassen“, kritisiert der Übungsleiter: „Es war dennoch ein schönes Spiel, spannend bis zum Schluss und wir hatten das bessere Ende, was auch Bayreuth hätte haben können.“ Die Kraftverteilung war entscheidend, dass den Rot-Weißen der 27:25-Erfolg gelang, da der Vizemeister der Regionalliga Bayern nicht mit voller Kaderstärke angereist war und zudem paar sehr junge Spieler einsetzte. „Wir konnten fleißig durchwechseln und das ist sicherlich auch ein großer Trumpf, dass wir eine sehr ausgeglichene Mannschaft haben“, zeigt sich Mario Schuldes zufrieden: „Es gibt einem natürlich ein gutes und schönes Gefühl, wenn man das Spiel gewinnt, aber während der Vorbereitung steht ja das Ergebnis nicht so im Vordergrund - und die Jungs haben sich natürlich auch gefreut, dass sie am Ende noch gewonnen haben.“
Neues Abwehrzentrum: Nach dem langfristigen Ausfall von Abwehrchef Lukas Horky wegen des Risses seiner linken Achillessehne, sollen die drei Kreisläufer Jakub Sira, Florian Wokan und Vaclav Kotesovec den Innenblock bilden. „Da haben wir viel Arbeit vor uns, die Abläufe mit Jakub, Flo und Vaclav reinzubekommen“, weiß Schuldes: „Wir sind mit den drei Kreisläufern sehr flexibel, mit dem Kreisläuferspiel schon sehr zufrieden und man sieht, dass uns Flo weiterhilft.“ Dabei soll Sira vorwiegend in der Defensive zum Einsatz kommen, Wokan mehr in der Offensive und Kotesovec beiden Spielen mal eine Pause geben oder dann verteidigen, wenn wie gegen Bayreuth schon Sira zwei Zeitstrafen kassiert hatte. „Flo muss da durch und einen Schritt nach vorne machen, deshalb haben wir ihn aber auch geholt und er ist zu uns gewechselt“, erklärt der Einheit-Trainer, der weiß, dass die Abwehrarbeit bisher nicht Wokans Steckenpferd war: „Es braucht noch bisschen Zeit, aber wir bekommen das auch hin.“
Nues Torhüterduo: Nicht nur Neuzugang Matéy Brychlec konnte sich während der ersten Halbzeit gegen Bayreuth mit sieben Paraden auszeichnen, auch Jan Misar konnte im zweiten Durchgang an seine starken Leistungen aus der vergangenen Saison anknüpfen und brachte so auch dank der verbesserten Defensive den Sieg. „Wir müssen noch an der Abstimmung zwischen den Torhütern und der Abwehr arbeiten, denn für Hanso ist der Mittelblock neu und für Matéy ist alles komplett neu“, ist Mario Schuldes dennoch guter Dinge: „Matéy zeigt schon sehr gute Ansätze und da sieht man, welche Klasse er hat.“
Siebenmeter: Was sich in der letzten Saison schon gezeigt hatte, bestätigte sich auch im Testspiel gegen Bayreuth, denn Petr Linhart, Petr Jahn und David Zbiral verwarfen jeweils einen Strafwurf - und so konnten nur zwei der fünf Siebenmeter verwandelt werden. „Wir haben nicht den klassischen Werfer für die Siebenmeter, der wahnsinnig sicher bei den Strafwürfen ist, aber wir werden Siebenmeter auch nicht extra trainieren, denn wir werden trotzdem unsere Spiele gewinnen“, macht sich der Übungsleiter noch keine Sorgen: „Es ist immer schade und ärgerlich, aber die Jungs verwerfen ja auch nicht absichtlich.“
Kaderstärke, Vorbereitung und Spitzen-Cup: „Auch das Testspiel gegen Bayreuth hat gezeigt, dass wir wirklich eine gute Truppe zusammen und wir auch qualitativ eine sehr gute Tiefe im Kader haben, die uns viele Optionen bietet, um zu wechseln“, freut sich Schuldes: „Wenn alle Mann dabei und fit sind, dann haben wir eine richtig starke Auswahl.“ Im zweiten Teil der spielerischen Saisonvorbereitung soll dann nicht mehr nur der Fokus auf die 6:0-Abwehr gelegt werden, sondern auch auf die 5:1-Formation. „Wir wollen uns als Truppe weiterentwickeln, für gute Leistungen sorgen und wir versuchen auch, aus der Verletzung von Horky etwas Positives zu ziehen, um uns auch da als Mannschaft zu verbessern“, sieht der Einheit-Trainer in den verbleibenden vier Wochen der Vorbereitung noch ordentlich Arbeit: „Es wird sicherlich bis in die Saison hinein dauern, gerade in der Abwehr die Abläufe noch zu optimieren.“ Auch dafür soll der am Samstag in der Einheit-Arena ab 15.30 Uhr steigende achte Spitzen-Cup mit dem Ligakonkurrenten SG Pirna/Heidenau, dem BSV Limbach-Oberfrohna aus der Oberliga Sachsen sowie dem tschechischen Extraligisten HBC Strakonice genutzt werden. „Man sieht, dass die Jungs das Temposiel verinnerlicht haben, was schon eine gute Basis ist und egal welcher Spieler auf dem Parkett steht, es problemlos automatisch funktioniert“, macht Mario Schuldes die Arbeit an der Seitenlinie mit Co-Trainer Josef Pour viel Spaß und lobt die gute Stimmung: „Wir sind zufrieden mit der Vorbereitung, die Jungs geben ordentlich Gas und die Neuzugänge integrieren sich gut und bringen das, was wir uns erwartet haben.“ (flow)
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