Einheit verliert Spiel und Leistungsträger

30.03.2025

Das spielfreie Wochenende scheint den Handballern des HC Einheit Plauen nicht gut getan zu haben: Nach drei Siegen in Folge mussten sich die Füchse am Samstagabend bei der HG 85 Köthen klar mit 26:33 geschlagen geben. Wieso für die weiterhin auf dem fünften Tabellenplatz der Regionalliga Mitteldeutschland stehenden Rot-Weißen die Niederlage gleich mehrfach bitter ist. 

Gehörte bei den sensationellen Heimsiegen gegen die damaligen beiden Tabellenzweiten Pirna/Heidenau (31:24) und Bad Blankenburg (29:26) neben der überragenden Leistung der Spitzenstädter auch zur Wahrheit, dass die beiden Gastmannschaften auf wichtige Spieler verzichten mussten, so hat vor allem der krankheitsbedingte Ausfall von Petr Jahn in Köthen auch eine Rolle gespielt - dazu musste der ebenfalls unter der Woche erkrankte Trainer Mario Schuldes auf Rico Englert verzichten und konnte den sehr angeschlagenen Abwehrchef Lukas Horky nur dosiert einsetzen. „Das darf keine Entschuldigung sein“, sagt Schuldes: „Unsere Fehler hatten weniger mit den Ausfällen zu tun, sondern wir haben es einfach nicht gut gelöst, denn jeder auf der Platte kann Handball spielen.“ Das belegt auch die Statistik, die insgesamt 16 technische Fehler und 18 Fehlwürfe aufweist. „Wir haben zu viele technische Fehler gemacht, sodass unser Tempospiel überhaupt nicht funktioniert hat und im Positionsangriff haben wir uns erst in der ersten Halbzeit unheimlich viele technische Fehler geleistet, bevor wir dann im zweiten Durchgang leider zu viele Fehlwürfe hatten“, ärgert sich der Übungsleiter: „Wir machen zu viele eigene Fehler und haben deshalb auch in der Höhe verdient verloren.“ Lediglich bis zum 2:2 nach knapp fünf Minuten konnten die Vogtländer die Partie offen gestalten, danach zogen die Sachsen-Anhalter mit einem 7:2-Lauf bis Mitte der ersten Halbzeit auf 9:4 weg. „Wir hatten in der Deckung über die gesamte Partie zu wenig Zugriff auf die Bachstädter, zu wenig Zweikämpfe gewonnen und im Verbund nicht richtig verteidigt, wodurch es auch die Torhüter schwer hatten, an die Bälle zu kommen“, kritisiert Mario Schuldes: „Unsere Defensive war nicht gut, so kamen wir auch nicht in unser Umschaltspiel und konnten nur wenig Druck aufbauen.“ So kamen die beiden Schlussmänner Jan Misar und Jan Dohnal zusammen auf gerade einmal sieben Paraden. „Das Zusammenspiel zwischen Abwehr sowie Torhüter klappte auch nicht und dadurch haben wir es Köthen einfach gemacht, Tore zu werfen“, erklärt der Einheit-Trainer: „Wir haben es als Mannschaft leider überhaupt nicht gut hinbekommen, haben den Hausherren zu viele Räume gegeben, hatten immer wieder keinen Kontakt zu den starken Rückraumspielern, sodass die einfach werfen konnten und treffen zu viele falsche Entscheidungen.“ Auch haben die Füchse zu oft Einzelsituationen oder Überzahlsituationen zugelassen. „Köthen ist eine gute Mannschaft, die das dann ausnutzt, was sie eiskalt gemacht haben“, weiß Schuldes: „Wenn wir die Intensität, Bereitschaft, Antizipation und als Mannschaft verteidigen zu wollen nicht auf die Platte bekommen, dann wird es schwer.“ Zwar kamen die Rot-Weißen nach 18 Minuten sowohl beim 7:9 als auch beim 8:10 sowie in der 34. Minute beim 13:15 noch einmal auf zwei Tore heran, doch geringer sollte der Rückstand nicht mehr werden, auch wenn dieser bis zum 21:25 Mitte des zweiten Durchgangs in Grenzen gehalten werden konnte. „Wir haben dann immer wieder eigene Fehler gemacht“, bedauert der Übungsleiter: „Wir haben den Rückraum überhaupt nicht in den Griff bekommen.“ Denn mit dem Halblinken Lukas Krug (7 Tore), Mittelmann Jakob Hensen (8) sowie den beiden Halbrechten Yasin Noah Jaidi (7/1) und Frank Grohmann (3) haben die Sachsen-Anhalter 25 der 33 Treffer aus dem Rückraum erzielt - dazu kamen noch Linksaußen Justin Lee Milkow (6) und Rechtsaußen Steven Just (2), die vor allem über Tempogegenstöße erfolgreich waren. „Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, ärgert mich so sehr, denn wir haben Köthen eingeladen, die Partie zu gewinnen“, resümiert Mario Schuldes: „Wenn die Bachstädter, die nicht sehr schnell spielen, gegen uns 33 Tore werfen, dann sind das zu viele Gegentore.“ Dennoch haben sich die Spitzenstädter nie aufgegeben und es immer wieder versucht hat, den Rückstand zu verringern, doch selbst nach der Umstellung auf eine 5:1-Deckung gelangen nur wenige Ballgewinne. „Die Verletzungen sind ärgerlicher als die zwei verlorenen Punkte“, so der Einheit-Trainer, der fast die komplette zweite Halbzeit auf David Zbiral wegen einer Oberschenkelverletzung verzichten musste: „Joels schwere Verletzung ist sehr ärgerlich und tut mir unendlich leid für ihn.“ Denn kurz vor Schluss fängt Stegner im Sprung einen Konterball ab, knickt beim Landen um und reißt sich das vordere Außenband im linken Fuß - und fällt bis zum Saisonende aus. „Das tut uns sehr, sehr weh“, bangt Schuldes um seine beiden Mittelmänner: „Wir brauchen jeden Spieler und das hat uns in den letzten Begegnungen auch ausgezeichnet, dass wir die volle Kaderbreite hatten und wechseln konnten.“ (flow)

 

HC Einheit Plauen: Misar, Dohnal - Model, Janàsek (2), Krüger (2), Linhart (8/3), Machacek (2), Kacin (3), Zbiral (1), Horky, Stegner (3), Szöllösi (4), Sira (1); Trainer Mario Schuldes, Co-Trainer Josef Pour, Mannschaftsverantwortlicher Bernd Grimm

 

HG 85 Köthen: Soutschek, Krug (7), Kunze, Gmirek, Hensen (8), Kanzler, Grohmann (3), Serfas, Just (2), Milkow (6), Jaidi (7/1), Kuhl, Brodowski, Rosenkranz, Konsel, Donath; Trainer Martin Lux, Co-Trainer Mario Schimmelpfennig, Mannschaftsverantwortlicher Rene Nowak, Physio Matthias Lache

 

Verwarnungen: keine für HC Einheit Plauen, keine für HG 85 Köthen

Zeitstrafen: 3 für HC Einheit Plauen, 3 für HG 85 Köthen

Siebenmeter: 4 für HC Einheit Plauen, 1 für HG 85 Köthen