Einheit vor ganz schwerem Heimspiel

27.02.2025

Erneut müssen die Handballer des HC Einheit Plauen gegen eine Spitzenmannschaft der Regionalliga Mitteldeutschland ran: Die Füchse empfangen am Samstagnachmittag ab 17 Uhr den Tabellenzweiten SG Pirna/Heidenau. Wie die Rot-Weißen die „stärkste Abwehr der Liga" knacken wollen.

Nach der unglücklichen 24:28-Niederlage beim Spitzenreiter Delitzsch sind die Plauener am 18. Spieltag gegen die Rand-Dresdener gefordert, die mit 24:10 Punkten der erste Verfolger des Meisterschaftsfavoriten sind. „Es ist das zweite Top-Spiel und es wird nicht leichter, denn Pirna ist für mich mit Delitzsch die beste Mannschaft“, zollt Einheit-Trainer Mario Schuldes großen Respekt: „Es muss auch diesmal wieder alles passen, aber ich bin guter Dinge, dass wir an unser letztes gutes Heimspiel anknüpfen und den Eisenbahnern einen heißen Tanz liefern, um die Punkte in Plauen zu behalten.“ Denn die Spitzenstädter sind nicht nur seit fünf Partien in der Einheit-Arena ungeschlagen, sondern überzeugten ihre Fans zuletzt auch beim überragenden 30:16-Sieg gegen Aschersleben mit attraktivem Handball. „Wenn wir alle Mann dabei haben, ein richtig gutes Spiel machen und unsere Stärken aufs Parkett bringen, dann können wir auch gegen die Lok gewinnen“, ist Schuldes überzeugt: „Das hat man auch in Pirna gesehen.“ So konnten die Vogtländer das Hinspiel für viele Sympathisanten des harzigen Leders überraschend klar mit 27:23 für sich entscheiden, denn die Elbstädter mussten sich sonst bisher nur dem Tabellendritten HSV Bad Blankenburg (27:29) und dem Vierten USV Halle (27:29 und 25:29) geschlagen geben. „Wir müssen wieder das Torhüter-Duell gewinnen, sehr konzentriert und diszipliniert im Torabschluss sein“, fordert der Übungsleiter: „Wir müssen die Chancen effektiv nutzen, die wir uns hart erarbeitet haben.“ Auch, weil die Gäste mit nur 426 Gegentoren (25,1 pro Begegnung) die zweitwenigsten nach Delitzsch (422) bekommen, in bisher keinem Aufeinandertreffen mehr als 29 Gegentore kassierten und in Apolda nur 18 Gegentore sowie beim Tabellenführer mit der besten Offensive nur 24 Gegentore zugelassen haben. „Pirna zeichnet sich mit einer sehr beweglichen, aggressiven sowie kompakten Abwehr mit vier guten Zentrumsspielern, der individuellen Qualität der Spieler und dass sie eine sehr physisch starke Auswahl sind, aus“, weiß Mario Schuldes: „Das alles in Kombination macht sie zu einer Spitzenmannschaft, die nicht umsonst in Delitzsch gewonnen hat.“ Der 27:24-Erfolg beim Titelanwärter bedeutete zugleich, dass die Concorden erstmals nach fast zwei Jahren (665 Tagen) zu Hause wieder besiegt wurden. „Wir brauchen eine gute Defensive, um wieder ins Tempospiel zu kommen und dann haben wir auch eine Chance, denn mit den Zuschauern im Rücken müssen wir uns nicht verstecken“, so der Einheit-Trainer: „Wir wollen eine breite Spielanlage haben, um in die Räume gehen zu können und da ist natürlich das Spiel auch über Außen eine gute Option.“ Darauf setzen auch die Rand-Dresdener neben des körperlich sehr starken Kreisläufers Tom Tempel und so ist Rechtsaußen Richard Wilga mit 84 Toren in 17 Partien (4,94) der zweitbeste Werfer vor Linksaußen Darko Milenkovic mit 81 Treffern in 17 Begegnungen (4,76). „Wir dürfen nicht viele Tore zulassen und deshalb ist die Abwehrarbeit ganz wichtig, die ja auch eine unserer Stärken ist“, baut Schuldes auf die in den letzten Wochen richtig gute Deckung: „Wir müssen die Zweikämpfe annehmen, vollen Einsatz zeigen und die Passwege sowie Laufwege antizipieren, um die Pirnaer Angriffsbemühungen unterbinden zu können.“ Denn die Offensive der Eisenbahner trumpft mit einem sehr guten Rückraum auf, aus dem der beste Werfer und auf dem siebten Platz der Torschützenliste stehende Halblinke Ivan Kucharik mit 110 Toren in 16 Aufeinandertreffen (6,88) sowie der sehr schnelle, ballsichere, aber auch spielintelligente Mittelmann Jovan Talevski und Kapitän Torsten Schneider herausstechen. „Diese wurfgewaltigen Spieler müssen wir als Mannschaft verteidigen“, sagt der Übungsleiter, der einen speziellen Überzahlspielzug bei der Lok im Videostudium analysiert hat: „Diese Variante spielt sonst keine Mannschaft in der Liga, aber Pirnas erfahrene Spieler treffen kluge Entscheidungen und nutzen dann die Chancen sehr effektiv.“ Zwar haben die Elbestädter auch ihre Stärken im Kontern, doch vor allem wegen ihres Angriff-Abwehr-Wechsels zeichnet sie eine eher kontrollierte Spielweise aus. „Pirna hat Probleme im Rückzugsverhalten und das müssen wir mit einer schnellen Mitte oder zweiten Welle angreifen, wenn ihre Abwehr noch recht unformiert ist“, verrät Mario Schuldes: „Wir müssen möglichst viele einfache Tore durch Ballgewinne in der Abwehr und dann unserem Tempospiel erzielen, damit wir nicht so viel Kraft im Positionsangriff brauchen.“ Dafür wird der Einheit-Trainer auch wieder auf die komplette Breite des Kaders zurückgreifen müssen, um das hohe Tempo über die gesamte Spielzeit gehen zu können. „Wir dürfen auch nicht vor der sehr körperbetonten Abwehr zurückschrecken“, spielt Schuldes darauf an, dass die Rand-Dresdener mit acht roten Karten die meisten Disqualifikationen und mit 86 Zeitstrafen die zweitmeisten Hinausstellungen nach Suhl (104) kassierten: „Es wird ein Schlüssel zum Erfolg sein, dass wir die Überzahlsituationen gut ausspielen und zu klaren Torchancen kommen.“ Um gegen den Tabellenzweiten erneut bestehen zu können, setzen die Füchse wieder auf eine stimmungsvolle Kulisse. „Das letzte Heimspiel hat gezeigt, was die Jungs leisten können, wenn sie am Limit spielen und dafür brauchen wir die Zuschauer und Emotionen auf den Rängen, die sich dann auf die Mannschaft übertragen“, hoffen die Rot-Weißen auf eine gut gefüllte Einheit-Arena: „Gerade in solchen Spitzenspielen wird das ganz wichtig sein, dass uns möglichst viele Fans lautstark unterstützen.“ (flow)

 

Bild zur Meldung: Einheit vor ganz schwerem Heimspiel