Einheit startet mit Heimsieg in die Rückrunde

19.01.2025

Mit einem am Ende klaren 30:24-Erfolg gegen den SV Oebisfelde sind die Handballer des HC Einheit Plauen am Samstagabend wieder auf den fünften Platz in der Regionalliga Mitteldeutschland geklettert. Wie die Füchse die 320 Zuschauer begeisterten.

„Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis, auch mit der Art und Weise, wie die Jungs die zwei Punkte geholt haben“, freut sich Einheit-Trainer Mario Schuldes, dass es nach dem bitteren 26:26-Unentschieden in der Vorwoche gegen den Tabellenvorletzten HSV Apolda nun mit dem ersten doppelten Punktgewinn im neuen Jahr geklappt hat: „Ich denke, der Sieg war absolut verdient, auch in der Höhe, denn wir haben wirklich ein gutes Spiel gemacht und eine gute Reaktion gezeigt.“ Zwar konnten die Rot-Weißen nach eineinhalb Minuten durch Rechtsaußen Adam Janàsek das erste Tor in der Partie bejubeln, doch nach einem Doppelschlag von Oebisfelde leuchtete nach drei Zeigerumdrehungen ein 1:2 auf der Anzeigetafel. „Wir machen vier technische Fehler und wenn wir nicht einmal zum Torwurf kommen, ist es schwer, gut ins Spiel zu kommen“, moniert Schuldes, der auch den ein oder anderen Pfiff des ansonsten guten Schiedsrichtergespannes als unglücklich empfand: „Wir haben es dann aber in der Offensive gut gelöst, dennoch wünsche ich mir, dass wir noch klarer und zielstrebiger agieren.“ So dauerte es weitere dreieinhalb Minuten, bis die Spitzenstädter durch erneut Janàsek ausglichen und damit einen 5:0-Lauf zum 6:2 nach gut zwölf Zeigerumdrehungen starteten. „Ich bin mit der Deckung sehr zufrieden, nur bei paar Kontern sind wir nicht mit voller Überzeugung zurück gelaufen, aber in der Positionsabwehr haben die Jungs gut gearbeitet“, lobt der Übungsleiter und hebt seinen Torhüter Jan Misar besonders hervor: „Hanso war richtig stark, aber diese Paraden brauchen wir auch, gerade wenn die Verteidigung so hart arbeitet und so hat das Zusammenspiel richtig gut geklappt, was die Basis für unser Tempospiel war.“ Nach einer Auszeit der Gäste konnten die Vogtländer auch deshalb ihren Vorsprung nicht noch weiter ausbauen, weil sich immer wieder im Angriff Fehler einschlichen, die zu einem Gegentor führten. „Wir haben es öfter nicht geschafft, den freien Mann anzuspielen und wir wollten eigentlich den Abwehr-Angriff-Wechsel angreifen, weil Oebisfelde damit Probleme hatte, aber das haben wir nicht ganz so gut gelöst“, sieht Mario Schuldes trotz der 15:11-Führung zur Pause noch Luft nach oben: „Wir haben anders als in vielen anderen Partien fast konstant ein gutes Spiel gemacht und auch nach den Wechseln ist der Spielfluss nicht abgerissen, wodurch wir das Aufeinandertreffen unter Kontrolle hatten.“ 

Doch erneut kamen die Füchse nicht gut in die zweite Halbzeit und ließen sogar fünf teilweise freie Würfe liegen. „Wir spielen es bis zum Torwurf richtig gut, aber dadurch konnte Oebisfelde wieder ausgleichen“, erklärt der Einheit-Trainer das 16:16 und 17:17 nach knapp 39 Minuten: „Auch wenn der Torhüter gut hält, aber nach dem dritten oder vierten Fehlwurf müssen wir auch wissen, wie der Schlussmann agiert und dann treffen.“ Das schienen die Rot-Weißen in der Folge zu beherzigen, denn wieder gelang den Hausherren eine ganz starke Phase mit einem 7:1-Lauf zum 24:18 Mitte des zweiten Durchgangs, der sich auch nicht durch zwei Auszeiten der Allerstädter stoppen ließ. „Das hätte auch in die andere Richtung kippen können, aber wir schaffen die Wende, weil wir uns wieder konzentrieren, weiter einen guten Handball spielen und in der Abwehr viel arbeiten sowie Hanso richtig gut gehalten hat“, ist Schuldes stolz auf seine Jungs, der auch weiß, dass der linke Rückraum Petr Jahn diese spielentscheidende Phase mit einem Konter eingeleitet hat: „Pedro hat heute ein starkes Spiel gemacht, gerade das Tempospiel ist sein Spiel, er ist da so ballsicher und hat so viel Geschwindigkeit, das hat er wirklich gut gemacht.“ Doch auch Mittelmann David Zbiral, der zusammen mit Linksaußen Jan Kacin sechs Tore erzielte, nutzte die sich nun bietenden Lücken effektiv und konnte so teilweise fast kontaktlos einnetzen. „Das Tempospiel war gerade in der zweiten Halbzeit richtig gut in Kombination mit der stabilen Defensive“, lobt der Übungsleiter: „Wir hatten einige super Kombinationen, in denen die Jungs den Ball mit Druck laufen lassen, bis einer frei ist und genau so wollen wir Handball spielen, mit viel Zug zum Tor.“ Dennoch konnten die Spitzenstädter die beiden besten Werfer der Altmärker nicht immer am Torerfolg hindern, denn der Halbrechte Justin Kalupke netzte insgesamt acht Mal ein und der ehemalige Einheit-Kreisläufer Martin Danowski bejubelte bei seiner ersten Rückkehr an die alte Wirkungsstätte sechs Treffer. „Dass Dano clever spielt, wissen wir und dann sieht er die Lücke, weil Marcell nicht seine Aufgabe macht, sondern offensiver geht - es war schön gemacht von ihm und ein tolles Tor, dass uns zum Glück nicht wehgetan hat“, beschreibt Mario Schuldes den direkt verwandelten Freiwurf zum 20:25 in der 50. Minute: „Justin ist mit seinen erst 19 Jahren ein sehr starker Spieler, wie er die Bälle aus dem Rückraum einschweißt und auch bei Kontakt variabel wirft, das bekommt man nicht komplett unterbunden.“ Als fünf Zeigerumdrehungen später Zbiral als dritter Siebenmeter-Werfer nach den erfolglosen Petr Linhart und Jahn zum 27:22 traf, war die Begegnung endgültig entschieden. „Es ist immer sehr ärgerlich, wenn wir Strafwürfe liegen lassen, da es eine hundertprozentige Chance ist und deshalb wäre es das i-Tüpfelchen, wenn wir bei den Siebenmetern noch konstanter sind“, ist der Einheit-Trainer mit der Quote von aktuell 72 Prozent nicht zufrieden: „Wir erarbeiten uns die Strafwürfe, werfen im Training immer mal Siebenmeter, aber man kann sie nicht wirklich trainieren.“ Dafür ging das erarbeitete Konzept für die Defensive sehr gut auf. „24 Gegentore sind aller Ehren wert und gegen Oebisfelde muss man erst einmal mit sechs Toren gewinnen, aber die Jungs haben die entstandenen Räume gut zugeschoben oder mit einem Stoppfoul den weiteren Pass unterbunden“, resümiert Schuldes: „Ich freue mich sehr für die Jungs, vor allem, weil sie wirklich gut gespielt haben, egal wer auf dem Parkett stand.“ (flow)

 

HC Einheit Plauen: Misar, Dohnal - Model, Janàsek (4), Krüger (1), Englert, Linhart (4), Machacek, Kacin (6), Jahn (3), Zbiral (6/1), Horky, Stegner (4), Szöllösi, Sira (2); Trainer Mario Schuldes, Co-Trainer Josef Pour, Mannschaftsverantwortlicher Bernd Grimm, Physio Antonia Weller

 

SV Oebisfelde: Koitek (2), Perl (1), Andreas Kalupke, Drese, Weis, Karl Breiteneder, Justin Kalupke (8), Sven Vogel, Schülke (2), Kleist (4), Erik Breiteneder (1), Wanzek, Danowski (6/2), Meichsner; Trainer Christian Herrmann, Co-Trainer Alexander Vogel, Mannschaftsverantwortlicher Mike Knobbe

 

Verwarnungen: 1 für HC Einheit Plauen, 2 für SV Oebisfelde

Zeitstrafen: 5 für HC Einheit Plauen, 3 für SV Oebisfelde

Siebenmeter: 3 für HC Einheit Plauen, 2 für SV Oebisfelde

Zuschauer: 320

 

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